SMV / FSAM

Jahresbericht des SMV 2020

von Adrian Eggenberger
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Beim Jahresrückblick 2020 kommen auch wir Modellflieger nicht um das Thema Corona herum. Die SMV-Delegiertenversammlung konnte noch vor Ort stattfinden, aber ab März wurden unsere Aktivitäten zunehmend eingeschränkt und auch die Unsicherheiten haben sich deutlich ausgewirkt. Zum Glück konnte nach ein paar Wochen komplettem Verbot der Vereinsflugbetrieb auf den Modellflugplätzen unter Berücksichtigung der Schutzkonzepte wieder aufgenommen werden. Jedoch fielen nahezu alle grösseren Anlässe wie Flugtage oder Wettbewerbe und leider auch unzählige Jugendanlässe aus. Die CIAM hat im Frühjahr alle Wettbewerbe der Kategorien 1 und 2 für das ganze Jahr abgesagt. Anlässe, die dennoch durchgeführt wurden, erforderten einen sehr grossen Mehraufwand. Wir danken den Vereinen, Veranstaltern und Fachkommissionen herzlich, dass sie kleinere Anlässe wie Ferienpässe, Bau- und Flugkurse sowie einzelne Wettbewerbe trotzdem ermöglicht haben. Damit sind die Nachwuchsförderung und der Sport nicht vollends der Pandemie zum Opfer gefallen. Die statistischen Vereins- und Verbandsaktivitäten konnten mit Videokonferenzen und sonstigen Hilfsmitteln ordentlich erfolgen. Zu kurz gekommen sind dabei aber die persönlichen Kontakte und das gemeinsame Erleben. Gerade dieser Aspekt unserer Freizeitbeschäftigung ist in dieser von Kurzarbeit und Homeoffice geprägten Zeit enorm wohltuend. Sich für ein paar Stunden auf dem Modellflugplatz oder am Hang mit den Kameraden voll auf das Modellfliegen zu konzentrieren, ist erfrischend und eine willkommene Energiequelle. Dazu passt das Bild mit dem SMV-Präsidenten, der wegen der Corona-Einschränkungen leider alleine – vor seinem Zuhause mit dem Elektrosegler einen abendlichen Thermikflug geniesst.



Zusammenarbeit mit dem AeCS und den Regionalverbänden

Die Zusammenarbeit mit dem AeCS funktioniert sehr gut und konnte sogar weiter ausgedehnt werden. Wir sind sehr froh um die Unterstützung durch unseren Modellflugsachbearbeiter Christophe Petitpierre und die Ressorts Internationales sowie Luftraum und Umwelt. Herzlichen Dank dafür und auch für das enorme Netzwerk unseres Generalsekretärs und des AeCS-Präsidenten sowie für die grosse Arbeit der anderen Bereiche, welche tagtäglich im Hintergrund für uns wirken.

Eines der aktuellen Projekte mit dem AeCS ist die Erhöhung der Funktionalität der AeCS-Mitgliederverwaltung. Dieses wertvolle Werkzeug soll näher an unsere Mitglieder und Vereine gebracht werden, mit einfacherem Zugriff auf die eigenen Daten und verbesserten Werkzeugen für die Vereine wie z.B. Ergänzen der vereinsrelevanten Informationen mit Zusatzfeldern.


Zusammenarbeit mit den Regionalverbänden, Brennpunkt Modellflugplätze und G

Das Teamwork mit den Regionalverbänden erfolgt auf gutem Niveau. Das ist auch gut so, denn die Welt wird nicht einfacher. Ein Beispiel dazu ist die Sicherung unserer Fluggelände. Auch hier muss lokale Arbeit mit schweizweitem Know-how und Netzwerk verbunden werden, denn die Bedrohung unserer Modellfluggelände wird stets grösser. Im Jahr 2020 wurden von den Vereinen, den Regionalverbänden, dem SMV und dem AeCS enorme Leistungen zugunsten der Fluggelände erbracht. In den meisten Rechtsfällen konnten Fortschritte und Erfolge erzielt werden, aber es gab auch



Schweizerischer Modellflugverband
Fédération Suisse d'Aéromodélisme
Federazione Svizzera di Aeromodellismo

Rückschläge und sogar Verluste von Geländen. Daraus lernen wir, dass sich jeder Modellflugverein im Klaren sein muss, wie weit sein Modellflugplatz gefährdet ist und was vorzukehren ist. Vereine, die bestens in ihrer Standortgemeinde eingebettet sind und wissen, was im Fall der Fälle zu tun wäre, werden nicht überrascht und riskieren ihre Infrastruktur nicht. In den letzten Monaten sind bereits wieder mehrere neue Fälle entstanden. Das Thema bleibt also ernst. Bitte verhaltet euch vorausschauend.

Ein schönes Beispiel für die Zusammenarbeit aller Stufen war der Erfolg mit der Annahme der Modellflugmotion durch beide Parlamentskammern. Es zeigt, was möglich ist, wenn wir am selben Strick ziehen. Hier wiederhole ich mich gerne: «Zusammen sind wir stark.» Das Räderwerk des Verbands ist aber auch angewiesen auf alle Akteure, die im Hintergrund und an der Basis arbeiten und dadurch das Ganze erst möglich machen. Grossen Dank dafür.


Modellfluggesetzgebung, eine Herkulesaufgabe

Der Schweizerische Modellflugverband war im abgelaufenen Jahr mit einer besonderen und politischen Herausforderung konfrontiert. Durch die anstehende und vom Bundesrat betriebene Übernahme der EU-Verordnungen 2019/945 und 2019/947 drohten unserem Hobby weitere erhebliche Einschränkungen und bürokratische Auflagen. Mit den beiden Verordnungen soll eine einheitliche Drohnenregelung für den EU-Raum geschaffen werden. Dagegen ist nichts einzuwenden. Gegen den Sachverhalt, dass dabei die Modellflugzeuge den Drohnen gleichgesetzt werden sollen, hingegen schon. Beschränkung von Alter und Flughöhe, Registrierungspflicht und Vereinszwang sind nur einige Punkte, denen die Modellflieger unterworfen werden sollten. Nachdem Verhandlungen mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt leider kein befriedigendes und nachhaltiges Ergebnis brachten, musste der Schweizerische Modellflugverband im Interesse seiner Mitglieder sowie aller Modellflieger politisch dagegenhalten. Und zwar auf der obersten Ebene – in National- und Ständerat.



Die Aufgabe war anspruchsvoll, der Ausgang ungewiss. Doch der Verband war bereit und willens, diesen Weg zu gehen und erfolgreich zu gestalten. Eine Arbeitsgruppe stellte Analysen und Argumentarien zusammen, kommunizierte mit anderen Anspruchsgruppen in diesem politischen Geschäft und suchte an der Basis der Modellflieger nach Kontakten zu eidgenössischen Parlamentarierinnen und Parlamentariern. In einem nächsten Schritt ging es darum, mit diesen Politikerinnen und Politikern zu sprechen und sie von unserem Anliegen zu überzeugen. Ziel war es, dass der Modellflug von der Drohnenregulierung ausgenommen wird. Das war Knochenarbeit, bei der wir auf die Unterstützung des Aero-Clubs zählen konnten. Unsere politischen Widersacher in dieser Angelegenheit – der Bundesrat und die linken Parteien – zeichneten für den Fall einer Ausnahme des Modellflugs von der Drohnenregulierung ganz düstere Bilder an die Wand: Scheitern des Rahmenabkommens mit der EU, Retorsionsmassnahmen aus Brüssel, Verlust von Arbeitsplätzen.


Politischer Erfolg und Aufmerksamkeit für den Modellflug in der Schweiz

Doch letztlich konnten wir Modellflieger mit unserer Arbeit und mit unseren Argumenten, aber auch mit unserer Begeisterung und unserem Verantwortungsbewusstsein für unser schönes Hobby überzeugen und Mehrheiten gewinnen. Beide Verkehrskommissionen empfahlen ihren Räten, den Modellflug von der Drohnenregulierung auszunehmen. Und beide Räte sind dieser Empfehlung mehrheitlich gefolgt und haben sich hinter uns Modellflieger gestellt. Für die insgesamt kleine Gruppe der Modellflieger ist dieser Erfolg wichtig, weil wir unser Hobby ohne zusätzliche Einschränkungen, Erschwernisse und Schikanen betreiben können. Der Schweizerische Modellflugverband hat sich gegen eine Vielzahl von Interessen und einflussreichen Gegnern durchgesetzt. Das war nicht leicht; umso mehr sind wir erleichtert. Die neue Schweizer Modellfluggesetzgebung ist damit zwar noch nicht in unserem Sinn festgelegt und wirksam. Es liegt noch weitere Knochenarbeit vor uns, aber wir sind gut unterwegs.

Der Schweizerische Modellflugverband ist froh, dass er im Interesse seiner Mitglieder diesen Erfolg erringen konnte. Er hat damit für politische Aufmerksamkeit gesorgt. Das war zwar nicht das Ziel, hat aber zur Folge, dass die Modellflieger, seien sie als Gruppe auch noch so bescheiden, fortan politisch ernst genommen werden. Wir haben an Statur gewonnen, was uns in künftigen Auseinandersetzungen mit den Behörden zugutekommen wird. Darauf dürfen wir bei aller Bescheidenheit auch ein wenig stolz sein.


Gute Kameradschaft im SMV-Vorstand, Verstärkung gesucht

Die Vorstandsarbeit im Modellflugverband konnte dank technischer Hilfsmittel und Schutzmassnahmen ordentlich, wenn auch etwas ungewohnt und mit Mehraufwand erfolgen. Ende September durften wir uns sogar auf dem schönen Modellflugplatz der MFG Zugerland zum gemeinsamen Fliegen vor der Vorstandssitzung treffen. Wir bedanken uns für die Gastfreundschaft. Im SMV-Vorstand herrscht eine kameradschaftliche Zusammenarbeit – jeder bringt die Anliegen seines Ressorts ein und wir finden miteinander Lösungen für anstehende Fragen, im Sinne des Modellflugs.

Die Vakanz nach dem Rücktritt von Adi Bruni als Ressortleiter Kommunikation per DV 2020 konnte leider bis heute nicht besetzt werden, sodass die wichtigsten Arbeiten vorstandsintern verteilt werden mussten. Danke an meine Vorstandskollegen, welche je nach Ressort einzelne Kommunikationsarbeiten übernommen haben. Für 2021 haben wir mit der Firma visàvis AG Kommunikationsnetzwerk eine Lösung gefunden, mit der wir die Kommunikation nach innen und aussen wieder stärken können. So sind wir für das neue Jahr im Bereich Kommunikation wieder vernünftig aufgestellt, müssen aber dadurch auch langfristig mit mehr externen Kosten rechnen. Hier sind wir nach wie vor auf der Suche nach einem Leiter, der dieses Ressort übernehmen möchte. Mit der Arbeit im Vorstand kann der Modellflug direkt unterstützt und gefördert werden, was Freude bereitet. Neue Mitglieder werden vom Vorstand freundschaftlich aufgenommen – melde dich bei uns!

Unser Sportchef Peter Georgi hat Anfang 2020 seinen Rücktritt per DV 2021 angekündigt. Wir sind sehr froh, dass wir mit Faruk Yeginsoy einen Nachfolger finden konnten, den wir der DV 2021 zur Wahl empfehlen. Nach den Gesprächen im Sommer wurde Faruk bereits von Peter eingeführt und hat als Gast an den Vorstandssitzungen sowie an Fakositzungen teilgenommen. Der Übergang wird also nahtlos stattfinden. Im Winter hat Daniel Dietziker seinen Rücktritt als Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheit erklärt. Für ihn haben wir noch keinen Nachfolger gefunden, und wir freuen uns auf eure Vorschläge. Wir bedanken uns bereits jetzt bei Daniel und Peter sowie auch bei den abtretenden Fako-Präsidenten Fredi Andrist und Peter Oberli für ihre grosse Arbeit und wir hoffen, dass wir sie an der DV 2021 gebührend verabschieden können.

Zum Schluss des Jahresberichts 2020 bedanke ich mich bei allen für ihr Engagement zugunsten des Modellflugs in der Schweiz. Ich freue mich auf ein zufriedenes und erfolgreiches Jahr 2021 mit euch allen.

Adrian Eggenberger



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