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Absturz oder Aussenlandung

von Urs Keller
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Abstürze können immer und jedem passieren. So weit, so gut, ist ja meist weiter nicht so tragisch. Tragisch kann es aber dann werden, wenn nicht alle Trümmerteile gefunden und eingesammelt werden oder gar das Modell unauffindbar ist.

Zum Beispiel können ein abgebrochener Propeller oder andere scharfkantige Teile einer Kuh schwerste innere Verletzungen zufügen. Mit so einer Verletzung würde die Kuh unter grossen Schmerzen jämmerlich zugrunde gehen. Dies kann niemals im Interesse eines seriösen Modellfliegers sein. Also: Alle Trümmerteile sorgfältig einsammeln und überprüfen, ob nicht doch noch ein Teil fehlt.

So richtig gefährlich kann es aber werden, wenn der Akku auch nach längerer Suchaktion nicht mehr gefunden wird. Die Bauern bestellen ihre Felder und Äcker vornehmlich mit Maschinen wie Mähmaschinen, Heuwendern, Pflügen, Bodenfräsen, Eggen, Dreschmaschinen, Strohpressen, Siloballenwicklern usw.!

Wenn nun ein verloren gegangener Akku von einer dieser Maschinen aufgenommen und dabei beschädigt wird, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Es passiert wirklich! Ein Bauer nahm nach dem Dreschen des Getreides das Stroh zusammen mit dem verloren gegangenen Akku auf und presste dieses zu einem Strohballen. Dummerweise wurde der Akku bei diesem Vorgang beschädigt. Der Bauer hat nichtsahnend die

Strohballen eingesammelt und in seiner Scheune eingelagert.

Der beschädigte Akku hat in der Folge im Strohballen einen

Glimmbrand verursacht, da im Innern des gepressten Strohballens offenbar wenig Sauerstoff dazukam. Wäre der Akku in einem äusseren Bereich des Ballens gewesen, hätte er einen offenen Brand ausgelöst. Akkus, insbesondere LiPos, haben wegen ihrer hohen

Energiedichte ein hohes Gefährdungspotenzial. Nach unsachgemässer Behandlung haben sie auch schon sonst einige Brände verursacht.

Wenn also ein Akku, Trümmerteile oder das Modell nicht gefunden werden, sind folgende Massnahmen zu treffen:

  1. Mithilfe einer Drohne versuchen, die Absturzstelle oder das Modell zu finden.
  2. Bei erfolgloser Suche den Vereinsvorstand informieren.
  3. Den Bauern evaluieren und informieren. Es ist wichtig, dass diesem die Absturzstelle gezeigt wird.
  4. Der Bauer muss unbedingt über die Risiken informiert werden. So hat dieser die Möglichkeit, geeignete Massnahmen zu treffen.

So würde der Bauer z.B. die zwei oder drei infrage kommenden Strohballen sicher nicht in der Scheune lagern, sondern in einem Aussenbereich, wo ein möglicher Brand nicht noch grösseren Schaden anrichten könnte.

Bauernhöfe und deren Land sind die Existenzgrundlage der Bauern und deren ganzer Familie. Bauern setzen sich täglich für ihren Betrieb ein und sind froh, wenn man ihnen hilft, grösseren Schaden zu vermeiden. Wir Modellflieger sind «Gäste» über ihrem Land. Ein korrektes Verhalten im bedauerlichen Fall eines Absturzes oder einer Aussenlandung sollte für jeden Piloten eine Selbstverständlichkeit sein und es fördert gleichzeitig die nachbarschaftliche Beziehung zwischen dem Verein und dem Bauern.




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