Sport

Aktive und erfolgreiche Heli-Szene Schweiz

von Walter Heller
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Um die FAI-Wettbewerbe in der Schweiz, die auch immer Punktrichter erfordern, in Grenzen zu halten, wurde beschlossen, den Internationalen F3-Cup in Pfäffikon als Ausscheidung für die Nationalmannschaft 2011 zu werten – nicht zur Freude aller Piloten. Aus Sicht der leider sehr spärlich vertretenen FAI-Punktrichter in der Schweiz begrüsse und unterstütze ich diesen Entscheid. Gerade die zweitägigen Einsätze fordern uns Punktrichter enorm.


Der internationale Wettbewerb in Pfäffikon

Die jahrzehntelange Erfahrung des Modellflugvereins Pfäffikon mit der Organisation und Durchführung grosser internationaler Meisterschaften – dazu gehören eine Elektroflug-Europa- und eine Weltmeisterschaft – nutzten aktive F3C-Piloten des Vereins, um auf dem Modellflugplatz Pfäffikon einen internationalen Helikopterwettbewerb durchzuführen. Schliesslich traten 16 Piloten zum Wettbewerb an. Organisation und Durchführung verliefen reibungslos. Nach dem Briefing gings am Samstag pünktlich los. Gespannt wurden die einzelnen Piloten bei ihren Flügen verfolgt, insbesondere, da wir mit Bernhard Egger den amtierenden Europameister auf Platz hatten. Ennio Graber
belegte 2009 den dritten Rang an der WM, also ein interessanter Vergleich. Die anwesenden Piloten hatten damit besten Anschauungsunterricht vor Ort. Dass auch Spitzenpiloten Fehler machen, zeigte Ennio im ersten Durchgang, Bernhard Egger im zweiten. Die anspruchsvollen und mit hoher Konzentration zu fliegenden FAI-Programme erlauben keine Schwächen. Am Ende des ersten Tages lagen diese beiden Spitzenpiloten trotzdem in Front, Ennio vor Bernhard. Der zweite Lauf hatte es offensichtlich in sich, wie die Rangliste zeigt, er wurde für viele zum Streicher. Sicher stellt das Programm F höchste Ansprüche. Das Wetter hielt gut mit und am Abend gabs durchwegs zufriedene Teilnehmer. Der zweite Durchgang wurde am Sonntag pünktlich gestartet; sorgen musste man sich um das Wetter, der Regen konnte jederzeit einsetzen. Mit der wetterfesten Punktrichtercrew, den voll motivierten Piloten und Organisatoren gingen die zwei Durchgänge am Sonntag reibungslos zu Ende. Die Rangliste begann sich immer mehr zu festigen und Ennio Graber zeigte keine Blössen mehr. Bernhard Egger blieb ihm auf den Fersen, gefolgt von Hans und Marc Emmenegger. Vom dritten bis achten Platz ging es etwas enger zu und her, die
Spitze konnte sich leicht absetzen. Praktisch mit dem letzten Teilnehmer setzte dann der Regen definitiv ein, Zeit für die Rangverkündigung und den Abschluss im Festzelt. Den Organisatoren kann ein grosses Lob ausgesprochen werden, alles klappte reibungslos. Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe eines internationalen FAI-Wettbewerbs im Jahr 2011. Der Sieg von Ennio Graber weckt klare Hoffnungen für die EM 2010.


Die Schweizer Meisterschaft in Bätterkinden

Bereits am 25. und 26. Juni trafen wir uns wieder auf dem schönen Fluggelände des MC Neumatt (MG Burgdorf) in Bätterkinden. Das 100-Jahr-Jubiläum des AeCS forderte seine «Opfer», so musste dieser Anlass auf einen Arbeitstag verlegt werden und fand in ungewohnter Weise Freitag und Samstag statt! Trotzdem schrieben sich 13 Teilnehmer zu diesem Anlass ein und nahmen, wie wir Punktrichter, einen freien Tag in Kauf. Bei herrlichem Sommerwetter begrüssten Peter Oberli und der Obmann «Tinu» Lüthi des organisierenden Vereins MC Neumatt die angereisten Teilnehmer und Offiziellen. Der Platz war vorbereitet, markiert und ausgeflaggt und wir konnten pünktlich loslegen. Mit



einer Ausnahme waren sämtliche Schweizer FAI-Punktrichter auf Platz, und zwar Regina und Jürg Schmitter, Sepp Emmenegger, Rolf Hug, Marcel Weber und Walter Heller. Seit Peter Oberli die F3C-Szene wieder übernommen hat, starteten wir in gewohnt familiärem Rahmen den Anlass und konnten die ersten drei Läufe am Freitag abschliessen. An der Spitze der Rangliste zeichnete sich das Bild vom Wettbewerb in Pfäffikon ab. Urs Herzog setzte sich mit einer konstanten und sehr guten Leistung auf den 4. Platz hinter das Nationalmannschaftstrio E. Graber, H. Emmenegger, M. Emmenegger. Sepp Gisler hatte etwas Pech, leider gab es immer wieder Störungen in den Durchgängen durch passierende Bauerngefährte in Form von Traktoren und Pferdefuhrwer-



ken. So musste er einmal vor der Autorotation länger «oben» bleiben, die Landung missriet dann leider nach einem guten Flug. Remo Hürlimann bestätigte mit dem 6. Zwischenrang seine gute Leistung aus dem Pfäffiker F3-Cup.


Von den alten Zeiten geschwärmt

Hoch zu und her gings beim traditionellen Nachtessen, zu dem Peter Oberli regelmässig einlädt und ein passendes Restaurant auswählt. Da wird jeweils diskutiert und aus alten Zeiten berichtet, es ging diesmal sehr viele Jahre zurück. Kenner dieser Szene, die auch schon lange genug dabei sind, wissen, was abläuft, wenn Na-
men wie Ewald Heim, Michael Davideit, Michael Bosch, Josef Brennsteiner und die Riggisberger Szene aufs Tapet kommen? Weiter gehts mit den Herren Ueli Müller, Ueli von Niederhäusern, Sumi (P. Summermatter), der den bisher einzigen Protest an einer SM F3C eingereicht hat, sowie den Anlässen in Lausanne mit dem Graupner Challenge Cup, den Wettbewerben in Auenstein (Höhepunkt jeweils das Nachtfliegen in der Kiesgrube!), Bubendorf und der Coppa Ticino, wo dann der Name Daniele Graber (Vater von Ennio) auftaucht. So verbrachten wir diesmal einen tollen Freitagabend im Hotel Bad Kyburg bei Bätterkinden.


Zwei verschiedene Programme
Am Samstag wurden der vierte Durchgang sowie die drei Finalläufe mit den ersten sechs Piloten geflogen. An der SM gehts nach dem FAI-Modus von EM oder WM, d.h. vier Vorläufe im Programm P, der Final wird dann in 2–3 Durchgängen nach dem Programm F geflogen. An der Spitze zeigten unsere Nationalmannschaftskollegen auch mit dem Programm F, dass sie verdienterweise in der Nationalmannschaft sind. Leichte Veränderungen gab es auf den Rängen 4–6, wo Urs Herzog und Remo Hürlimann die Plätze getauscht haben. Seppi Gisler hielt sich bravourös auf dem 5. Platz. So kamen wir am Samstag bei
wunderschönem Wetter zum Abschluss der SM F3C. Die Medaillen wurden vergeben mit einer Ausnahme: Ennio musste seine nochmals zurücklassen. Sie wurde ihm am Sonntag im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten in Grenzen übergeben. Ein grosser Dank gilt unserem Peter Oberli und dem MC Neumatt. Sie haben mit ihren Vorbereitungen und mit grossem Einsatz für den einwandfreien Ablauf gesorgt und uns einen weiteren tollen Anlass im Rahmen des F3C-Modellsports ermöglicht.

Walter Heller,
MFV Rapperswil-Jona



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