Holmbau
Der Holm ist das zentrale Bauteil eines Flügels, der sämtliche Kräfte aufnehmen muss, die im Flug entstehen. Es gibt diverse Möglichkeiten, einen Holm zu bauen. Ich möchte hier eine Variante vorstellen, mit der ich in der Praxis die besten Erfahrungen gemacht habe.
Man kann dazu CFK-Prepreg-Platten kaufen, die sind allerdings sehr teuer, zeichnen sich aber durch eine enorme Festigkeit aus. Ich habe mich für den Eigenbau eines GFK-Holms entschieden. Die Holme werden damit leicht schwerer, halten aber die Belastungen gut aus. Im Flug ist diese leichte Gewichtszunahme von ein paar Gramm nicht spürbar. Ich kann also diese Bauweise nur empfehlen, da man so einiges an Kosten sparen kann, ohne grosse Kompromisse in Bezug auf die Festigkeit einzugehen.
Zuerst müssen GFK-Streifen geschnitten werden. Ich verwende 163-g/m2-GFK-Gewebe. Man könnte auch CFK-Gewebe verwenden. Die Breite der Streifen richtet sich nach der Holmhöhe für zwei Holme plus rund 10 mm Reserve für die Schnittbreite.
Faustregel: 10 Streifen ergeben eine Holmdicke von ca. 1 mm. Falls man, wie in unserem Beispiel, einen konisch zulaufenden Holm von 2 auf 1 mm herstellen möchte, erreicht man dies, indem man von 20 Streifen sicherheitshalber 9 Streifen in regelmässig abgestufter Länge schneidet.
Dazu benötigt man 2 ebene, glatte Bretter, die belastbar genug sind. Beschichtete 20-mm-Pressspanplatten genügen. Auf diese befestigt man 2 Plastikfolien (Bauplastik) mit etwas Übermass, damit das Laminat nicht an den Brettern kleben bleibt.

Um den Holm nicht unnötig schwer zu machen, sollte man nur jede 2. Schicht mit Harz tränken. Die nicht getränkten Streifen kann man von Hand etwas anrücken (unbedingt Handschuhe tragen).
Das fertige Gelege muss nun gepresst werden, um eine hohe Festigkeit zu erreichen. Ich mache dies, indem ich das ganze Paket mit Schraubzwingen direkt auf die gerade Tischplatte te spanne.
Nach dem Aushärten (ca. 24 Std.) wird der Rohling entnommen. Anschliessend schneidet man die Holme mit den gewünschten Abmessungen aus. Am besten geht dies mit einer Stichsäge.
Im Bereich der Steckung sollte man die Holmhöhe um ca. 1 mm verjüngen (je 0,5 mm oben und unten), weil der Holm in diesem Bereich später noch mit einem CFK-Rowing umwickelt wird.
Jetzt klebt man beidseitig einen 2-mm-GFK-Streifen auf (es kann auch ein 2-mm-Sperrholzstreifen sein). Darauf achten, dass man diese einerseits abgeschrägt und andererseits unterschiedlich lang macht. Dies, um eine ungewollte Bruchstelle zu vermeiden.
Auf die restliche Länge des Holms klebe ich 2-mm-Balsaholzstreifen. Zusammen kommt man nun auf eine Holmdicke von 5–6 mm. So ist es einfacher, den Ausschnitt im Styroporkern zu machen und herauszunehmen. Mit einem nur 1–2 mm breiten Holm ist dies praktisch nicht möglich.
Nun muss der Holm in der Höhe auf Mass geschliffen werden.
Anschließend schneidet man den Ausschnitt für das Steckungsrohr heraus. Dies macht man am besten mit der Laubsäge. Mit diesem Ausschnitt legt man auch gleich die gewünschte V-Form des Flügels fest. Das Steckungsrohr sollte ca. 5 mm vorstehen, weil nachher noch zwei 2 mm dicke Sperrholzrippen aufgeleimt werden.
Nun harzt man das Steckungsrohr in den Ausschnitt. Es ist darauf zu achten, dass das Rohr präzise in der Längsflucht des Holms liegt (90° zur Anschluss-Rippe des Rumpfs)!
Jetzt schliesst man auf der hinteren Seite des Steckungsrohrs die verbliebene Öffnung mit einem Stück Balsaholz und schleift dieses konisch zu.
Dann füllt man die Differenzlücke zwischen Holm und Steckungsrohr mit Leichtspachtel und lässt diesen austrocknen.

Nachdem die Spachtelmasse trocken ist, schleift man die 4 Kanten rund, damit später die CFK-Filamente nicht schon beim Wickeln brechen.
Nun wird die vorbereitete Flügelsteckung mit einem CFK-Rowing unter Zug umwickelt. So erreicht man eine hohe Festigkeit. Es geht einfacher, wenn man zuerst die zu umwickelnde Fläche mit Harz einstreicht.
Die Enden fixiert man am besten mit einem Klebeband am Holm. Der CFK-Rowing muss nun mit Harz eingestrichen resp. getränkt werden. Hier sollte man mit dem Harz nicht zu sparsam umgehen.
Das Harz ca. 24 Std. aushärten lassen und dann die Überstände des Rowings entfernen. Dann kann man den Holm in den Ausschnitt im Flügel einbauen.
Mit etwas Leichtspachtelmasse fixiere ich den Holm im Flügelkern, um dem Verdrehen des Holms bei etwas holperigen Landungen vorzubeugen.
Die Beschreibung für den Bau eines Sandwich-Flügels folgt in einem separaten Beitrag.

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