Geschichte

F1E-Hangflugmodell «Super Luckystar»

von Werner Heise
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Dass man mit grossflächigen Magnetmodellen richtig liegt, beweisen die beiden zweiten Ränge von F. Tapernoux am regionalen und nationalen Hangwettbewerb 1976. Diese Modelle eignen sich für ruhiges Wetter mit Windgeschwindigkeiten von max. 6 m/sek.

Durch den verschiebbaren Flügel und Zugabe von Blei unterhalb kann die Modellgeschwindigkeit reguliert werden. Die Geschwindigkeiten können tabellarisch selber wie folgt aufgezeichnet werden:

Es soll ein Tag gewählt werden, bei dem die Windgeschwindigkeit möglichst klein und gleichmässig ist. Mit Vorteil früh morgens oder abends. Im Weiteren soll ein Hang gewählt werden, der Flüge von ca. 200 m erlaubt. Nun fehlt noch ein Windmesser. Wer keinen besitzt, behilft sich mit einigen Silberfolienstreifen an einer ca. 3 m langen Stange. Diese sollten während eines Flugversuches immer den gleichen Ausschlag haben. Das gut eingeflogene Modell hat eine Sinkgeschwindigkeit von ca. 0,3 m/sek. Sind die Vorbereitungen vollendet, kann man zum ersten Flug starten. Die Eigengeschwindigkeit des Modells beträgt ca. 3 m/sek. Anhand einer Landkarte 1:25000 sollte man ein Längsprofil des gewählten Gebietes aufzeichnen. Es ist zu beachten, dass der Hang möglichst gestreckt und nicht hügelig sein sollte (Böenwirkung). Man kann jetzt theoretisch den Landepunkt bestimmen.


Beispiel:

Starthöhe 10 m
Sinkgeschwindigkeit 0,3 m/sek.
Windgeschwindigkeit 0 m/sek.
Modellgeschwindigkeit 3 m/sek.

$$a) \text{ Zeit} = \frac{1}{0,3} = 33,3 \text{ Sekunden}$$

$$b) \text{ Distanz} = 33,3 \cdot 3 = 99,9 \text{ m} \sim 100 \text{ m}$$

Bei einem Flug soll gleichzeitig Windmesser und Modell beobachtet werden. Nach 3 Versuchen tragen wir den Mittelwert in eine Tabelle ein und markieren den Auflagepunkt des Flügels am Rumpf. Für die zweite Versuchsreihe verschieben wir den Flügel um 5 mm nach hinten, der Anstellwinkel wird an der Höhensteuer-Stellschraube hinten um eine Umdrehung vergrössert (M2), zusätzlich 50 Gramm Blei am Schwerpunkt zugeben.

Bei diesen Flugversuchen sollte der Landepunkt am gleichen Ort, also bei 100 m sein. Nur die Flugzeit wird jetzt bei gleicher Windgeschwindigkeit kleiner, z.B. 25 Sekunden.



Rechnerisch folgt:

$$V_s = \frac{\text{Distanz}}{\text{Zeit}} = \frac{100}{25} = 4 \text{ m/sec}$$

d.h. bei einer Windgeschwindigkeit von 3 m/sek. würde das Modell 1 m/sek. vorwärts fliegen.

Wir verschieben anschliessend den Flügel wieder um 5 mm. Winkeldifferenz vergrössern. Bleizugabe. Alle erhaltenen Werte tragen wir in einer Tabelle ein.

Diese Tabelle ist dann bei Wettbewerben ein nützliches Hilfsmittel.


Das Kreisen

Der Vollständigkeit halber möchte ich auf die Methode des Kreisens eingehen. Die folgenden beiden Bilder zeigen zwei Varianten:

  1. Mit Glimmschnur
  2. Mit Zeitschalter

Variante 1: Das Seitenruder der Mamosteuering wird nach entsprechend gewünschter Zeit im Anschlag arretiert mittels gespanntem Gummiband. Mit dem gleichen Docht kann die Arretierung wieder gelöst werden mittels Durchbrennen des Gummis.

Variante 2: Beim Zeitschalter muss eine zweite Scheibe für das Auslösen der Seitensteuer-Arretierung angefertigt werden. Beide Scheiben müssen gegeneinander verstellbar sein. Mit der Originalscheibe und dem Drahtmechanismus kann das Seitenruder mit dem vorgespannten Gummi arretiert werden. Mit der zweiten Scheibe kann durch Abwerfen des gespannten Gummis das Seitenruder wieder freigegeben werden.

Im Fluge an einem praktischen Beispiel sieht dies wie folgt aus:

  • 2 Minuten Geradeausflug = 1. Funktion
  • 2 Minuten Kreisen (Arretierstellung) = 2. Funktion
  • 1 Minute Geradeausflug = 3. Funktion
  • = 5 Minuten = Maximalflug mit Landung unweit des Startfeldes

Ein solcher Idealflug braucht sicher einiges Training, und nur geübte Magnetflieger werden diese Taktik anwenden.


Schwerpunktverlagerung

Bei Magnetflugmodellen, die beim Kreisen gerne zum Unterschneiden (Spiralsturz) neigen, muss noch die Schwerpunktsverlagerung berücksichtigt werden. Die einfachste Methode: Ein Fischerblei ca. 15–20 g wird an einen s-förmigen Silberstahldraht geklemmt. Ein längeres Gummibändchen wird ca. auf Endleistenhöhe seitlich am Rumpf befestigt. Durch eine Öse geführt, wird das Gummibändchen bis zur Steuerauslösung gestreckt, wo das Blei angehängt wird. Siehe Foto. Wird das Seitensteuer arretiert, schnellt gleichzeitig das Fischerblei bis zur Öse, dessen Längslage ausprobiert werden muss.

Jeder sieht jetzt ein, dass das Magnetfliegen mit Leistungen nicht dem Zufall überlassen bleibt, sondern das Modell muss in Topografie, Wind und Technik in bestmögliche Proportionen gebracht werden.



**Zum Modell «Super Luckystar»**

An dieser Stelle möchte ich auf eine ausführliche Baubeschreibung verzichten, denn das Modell ist praktisch gleich aufgebaut wie Luckystar (siehe Beschreibung in MFS August 1973).

Der Magnetkopf ist direkt mit dem Rumpf aus einem Teil gearbeitet. Abdeckung Rumpfoberteil mit 2-mm-Sperrholzplatte dient auch als Auflage für den verschiebbaren Flügel. Leichtes Holz verwenden! Denke daran, der Flügel braucht keine Hochstartkräfte auszuhalten. Gewicht des fertigen Modelles 450 g. Zuladung bis 300 Gramm Blei.

Es besteht kein Bauplan im Massstab 1:1.


**Var. I mit Glimmschnur**


**Var. II mit Zeitschalter**


**Profilkoordinaten Thomen F4**

Nasenradius 0,65

Für das Aufzeichnen des Flügelprofils eignet sich am besten Millimeterpapier.

Beispiel: Für eine Flügeltiefe von 16 cm muss die entsprechende Koordinatenzahl mal 1,6 gerechnet werden.

x=01,252,557,510152030405060708090100
yo=0,682,803,845,346,437,208,389,069,659,458,787,786,314,211,45-2,0
yu=0,680,160,340,841,271,702,443,063,954,153,943,442,571,37-0,15-2,0



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