Sport

EUROPAMEISTERSCHAFTEN F3A IN ST-MACAIRE, FRANKREICH

von Matthias Bosshard
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Anfang August fanden die F3A-Kunstflug-Europameisterschaften im Westen Frankreichs statt. Die fünf Piloten der Schweizer Mannschaft konnten individuell überzeugen und erreichten in der Teamwertung den beachtlichen 5. Rang. Mit Rodito Nussbaumer stellt die Schweiz zudem den neuen Junioren-Europameister. Reto Schumacher verpasste den Finaleinzug der zehn besten Piloten denkbar knapp. Europameister wurde Gernot Bruckmann (AUT) vor Andrea Cervi (ITA) und Lassi Nurila (FIN). Frankreich gewann die Nationenwertung klar.


Ein grosses Team, bestehend aus 15 Personen, vertrat die Schweiz an der F3A-EM 2026 in Frankreich. Im Gepäck reiste der vor zwei Jahren gewonnene Wanderpreis für den Team-Europameister mit. Nach dem Teilnahmeverzicht der erfahrenen Top-Piloten Sandro Matti und Marc Rubin war uns allen klar, dass die Titelverteidigung in weite Ferne gerückt war. Die fünf Piloten mit ihren Helfern waren optimal vorbereitet. Jeder brachte zwei Wettbewerbsmodelle und zahlreiches Ersatzmaterial mit, um kleinere Reparaturen durchführen zu können. Zudem halfen Sonnenblenden und Scherenzelte, die heissen Temperaturen bestmöglich auszuhalten. Die Anfahrt von rund 1000 km verlief problemlos und wir fanden ein sehr gutes Fluggelände vor mit zahlreichen sehr hilfsbereiten und fröhlichen Helfern. Im Umkreis von rund 50 km standen zudem 20 Trainingsplätze für die Mannschaften zur Verfügung. Auch dort wurden wir herzlich empfangen und optimal unterstützt. Dass wir uns auf Französisch verständigen konnten, half sicherlich auch.



Aufgrund der Resultate an internationalen Wettbewerben im Vorfeld der EM nahmen wir uns zum Ziel, möglichst mit allen Piloten das Halbfinale der besten 30 (von 53) Piloten zu erreichen. Mit den Rängen 9./18./19./24./39. wäre uns das fast gelungen. Für Alois Schürmann war die Zeit vor der EM mit seinem neuen Doppeldecker etwas knapp; er steigerte sich von Flug zu Flug.

Im Halbfinale wurde das schwierigere Programm F-27 geflogen, welches unsere Piloten gut beherrschten. Reto Schumacher fiel leider zwei Ränge zurück und verpasste den Finaleinzug um knappe 4 Punkte (von 1848). Rodito Nussbaumer und Philipp Schürmann konnten ihre Positionen noch leicht verbessern. Philipp war gesundheitlich angeschlagen, sonst wäre für ihn sicher noch mehr möglich gewesen. Sandro Veronelli fiel im starken Teilnehmerfeld noch einige Ränge zurück. Die Stimmungslage war deshalb nach dem Halbfinal ambivalent, weil wir das Gefühl hatten, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Andererseits freute man sich über den bevorstehenden Junioren-EM-Titel von Rodito, welcher von den fünf teilnehmenden Junioren am souveränsten flog und keine Zweifel am Titelgewinn aufkommen liess. In der Teamwertung kamen wir auf den guten 5. Rang.



ihn sicher noch mehr möglich gewesen. Sandro Veronelli fiel im starken Teilnehmerfeld noch einige Ränge zurück. Die Stimmungslage war deshalb nach dem Halbfinal ambivalent, weil wir das Gefühl hatten, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Andererseits freute man sich über den bevorstehenden Junioren-EM-Titel von Rodito, welcher von den fünf teilnehmenden Junioren am souveränsten flog und keine Zweifel am Titelgewinn aufkommen liess. In der Teamwertung kamen wir auf den guten 5. Rang.

Der organisierende Verein verfügte über ein ganzes Team von erfahrenen F3A-Piloten, Punktrichtern und Helfern. Man spürte von Beginn weg, dass sie die Abläufe im Griff hatten und flexibel auf neue Bedürfnisse reagierten. Die Stimmung während der EM war betreffend Wettbewerbsablauf strikt und korrekt, die Organisation mit Festwirtschaft sehr herzlich und familiär. Ein riesengrosses Dankeschön an die Organisatoren für den enormen Aufwand und die Gastfreundschaft. Als Dank brachte das CH-Team Raclette und Weisswein an die Nations Night, sowie eine Uhr für das Clubhaus in Form der Schweiz mit allen Unterschriften der Teammitglieder.


triebe hat sich nochmals verbessert. Früher wurde ab und zu mal noch ein Keilriemen oder ein Lager gewechselt; doch auch hiervon habe ich dieses Jahr keine Kenntnis erhalten. Einzig ein heftiger Gewitterregen während des Finals brachte einen pflotschnassen Sender an seine Grenzen; zum Glück ist nichts passiert. Alle eingesetzten Modelle waren von sehr hoher Qualität und werden entsprechend liebevoll gepflegt. 90 % der Modelle waren Doppeldecker, wobei der Futaba Leader (A1 und ACE) mit 17 eingesetzten Modellen scheinbar das Nonplusultra sein muss. Auch bei den Antrieben zeigte sich ein klares Bild zugunsten des Contra-Drives. Alle eingesetzten Motorenfabrikate funktionierten einwandfrei. Erfreulich war neben der grossen Flotte der Futaba Leader die Vielfalt der eingesetzten Modelle und Hersteller.


Schlussgedanken

Der Einsatz aller Teammitglieder der Schweizer Equipe war hervorragend; die Zusammenarbeit und Unterstützung der Verbände AeCS und SMV funktionierte einwandfrei. Das ganze Team hat das Bestmögliche an dieser Meisterschaft erreicht.

Der zeitliche und finanzielle Aufwand für die Kategorie F3A ist sehr gross. Will man Zeit sparen, kann man sich mit teuren Top-Modellen ausrüsten; will man Geld sparen, muss man viel Eigeninitiative, konstruktives Wissen und Disziplin aufbringen und viele Stunden in der Werkstatt verbringen. Der Zweijahresrhythmus von EM und WM ist ambitiös, wenn man bedenkt, dass daneben noch internationale Weltcup-Wettbewerbe auf der ganzen Welt geflogen werden.

Auch an dieser EM war mit 17 Nationen (Iran als Gastland) nur ein Teil der über 40 europäischen Nationen vertreten. Nach der ersten Runde Anmeldungen hat sich die CiAM für die Möglichkeit eines vierten Piloten pro Land entschieden, um den Aufwand für die Organisation einigermassen rechtfertigen zu können. 10 % Junioren im Teilnehmerfeld sind ok, aber sicher nicht das langfristig erhoffte Ziel. Mit Flora Hecht (AUT) nahm endlich wieder einmal eine Pilotin an einer F3A-EM teil.

Viele Länder beklagen eine schrumpfende Teilnehmerzahl an ihren nationalen Wettbewerben. Neue Ideen sind gefragt (siehe auch Interview mit CPLR). Ein nationales Junioren-Förderprogramm besteht auch in der Schweiz allerhöchstens ansatzweise und muss verbessert werden, wenn wir weiterhin regelmässig Nachwuchs in dieser schönen Kunstflug-Kategorie sehen möchten.

*Matthias Bosshard, Teammanager F3A 2026*


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