Editorial

Zeiten für die Werkstatt

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser

Wer kann es sich heute noch leisten, nicht verunsichert zu sein? Selber geht es mir nicht besser. Wenn ich über die globale Seuche schreibe, sagen bestimmt einige: «gäähn!, schon wieder». Schreibe ich nichts dazu, meinen andere, ich würde mich arrogant über die grossen Probleme hinwegsetzen. Weder stehe ich über dem ganzen Elend, noch möchte ich mich vom Strudel der Medien mitreissen lassen – auch nicht von all den schönen und weniger schönen Videos und Cartoons. Für uns sind die Flugplätze geschlossen und Hunderte von Anlässen gestrichen. Was bleibt, ist unser Fliegerherz. Fliegen von den Oldtimern bis zu den hochmodernsten Jets. Forschung, neue Technologien und Baustoffe wecken unser Interesse. Eigenbauten sind nicht im Aussterben begrif-

fen, wie unsere Kulturpessimisten immer wieder behaupten. Ganz im Gegenteil. Das wachsende Angebot an qualitativ gutem Modellbauzubehör, Bau- und Montagesets usw. beweist das Gegenteil. Viele von uns werden zurzeit vermehrt im Hobbyraum verbringen. CAD-Konstruktion und Maschinensteuerung liegen im Trend. Keine Frage: Wer will, kann seine tollsten Projekte realisieren.

Leider fehlt uns – gerade auch heute – eine «Werkstatt», in der wir Ideen entwickeln, wie wir Gesellschaft und Politik vom grossen Wert unseres Hobbys überzeugen können. Wenn ich all die gelaufenen und aktuellen Flugplatzprojekte verfolge, muss ich leider in den meisten Fällen ein düsteres Bild der Arbeit

der zuständigen Behörden zeichnen. Für mich heute ganz klar: Der Modellflugsport wird diskriminiert! Das darf so nicht weiter gehen! Möge uns die erzwungene Ruhe dazu verhelfen, die neue Werkstatt mit Instrumenten und Ideen auszurüsten. Gerne nehme ich eure guten Vorschläge entgegen und danke zum Voraus.

Herzliche Grüsse

Emil Ch. Giezendanner



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