Baupraxis

Beleuchtung und Signalisation am Flugmodell mit modernen Power-LEDs – Teil 2: Anwendungspraxis

von Christoph und Franz Raible
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«Light Up Your Aircraft»
Ein konkretes Projekt als Versuchsplattform für Ihre eigenen Ideen und Vorstellungen


Nachdem wir im ersten Teil unseres Ausflugs in die Welt der Beleuchtung und optischen Signalisation bei Flugmodellen die Grundlagen kennengelernt haben, geht es nun um die Anwendung in einem eigenen Projekt. Wieso wir hier etwas übertrieben von einem Projekt sprechen wollen, liegt in der praktischen Erfahrung begründet, dass auch schon einfache LED-Beleuchtungen einige Abklärungen, Annahmen und Entscheide von uns verlangen, um erfolgreich realisiert werden zu können. Dies betrifft in erster Linie die Wahl der Komponenten (MFS Ausgabe 5/2009) und die richtige Dimensionierung der Stromversorgung des Beleuchtungssystems. Zu diesem Zwecke haben wir ein einfaches «Referenz Design» – eingebaut in einem Elektroflugmodell – ausgedacht, welches zum einen schnell und mit grossem Spassfaktor realisiert werden kann und zum anderen wirkungsvoll Beleuchtungen am Flugmodell demonstriert.

Im Weiteren nutzen wir das ausgerüstete Modell als Plattform für einen eindrücklichen Versuch, die Wirkung der Beleuchtungslösung objektiv nachzuweisen, denn wir behaupten ja, dass es hier um mehr geht, als nur Spass am Basteln zu haben. Mit einer wirklich guten Wahl des Beleuchtungssystems werden neue und nützliche Features geschaffen, die unser Hobby massiv bereichern können; ein neues Spielfeld für Bastler, Tüftler und Kreative.


Unser Testmodell

Unsere Mission hat das Ziel, die Möglichkeiten von Hochleistungs-LED-Beleuchtungen aufzuzeigen. Deshalb wählen wir am besten einen einfachen Elektro-Trainer, in unserem Falle den Multiplex Easy Cup in EPP-Bauweise (Bild 1). Konstruktive Details lassen wir möglichst weg. Ebenso ist im Moment Vorbildähnlichkeit nicht gefragt, sondern Einfachheit in der Handhabung sowie Wirkung im Betrieb. Mit diesem Modell erhalten wir eine ideale Plattform.


Wahl der Funktionen der Beleuchtung

Wir entscheiden uns für folgende Funktionen: Navigation Lights rot und grün, ein Strobe Light weiss und ein Taxi Light, ein- und ausschaltbar.



Wahl der Komponenten

Zum Einsatz kommen folgende Systemkomponenten von www.innoflyer.ch, welche gegen Ende 2009 im Markt erhältlich sein werden (Bild 2): Power Panel mit Optokoppler für separate Speisung aus einem 2-Zellen-LiPo-Akku (für unsere Versuche genügt ca. 1 Ah Kapazität) und Anschlussmöglichkeit für bis zu 5 Verbraucher. Nav Lights mit low cost analog Driver, rot und grün, 13 Grad wide-mode-Optik. Taxi-Light-Scheinwerfer 7 Grad spot-mode-Optik, full power AMP (Automatic Maximum Power and temperatur control) mit RC-Schnittstelle.


Installation und Test in der Werkstatt

Die Installation der Systemkomponenten gestaltet sich kaum anders als der Einbau der Komponenten einer Fernsteuerung. Ein sorgfältiges Verlegen der elektrischen Kabel bewahrt vor falschem Anschliessen und mechanischen Isolationsschäden im Betrieb. Wie allgemein üblich muss darauf geachtet werden, dass die Empfängerantenne in ihrer gesamten Länge einen minimalen Abstand von etwa 2 cm gegenüber Komponenten und Kabel hat.


Feldversuch mit GPS-Unterstützung

Kurzerhand haben wir unserem Modell eine Payload in Form eines Garmin Etrex Vista HCx verpasst, um mithilfe von
Google Earth vernünftige Angaben zum jeweiligen Testflug machen zu können (Bild 3).

Beim Testflug zeigte sich klar, dass die Farben Grün und Rot auf weite Distanz deutlich besser wahrgenommen werden können als das weisse Strobe Light. Dieses ist bis auf eine Distanz von ca. 150 m gut zu erkennen. Danach muss man sich schon konzentrieren. Ganz anders die konstant leuchtenden, farbigen Nav Lights. Diese waren problemlos bis auf eine Distanz von 500 m klar und eindeutig zu sehen. An ein weiteres Wegfliegen war mit unserem Test-Modell nicht mehr zu denken, da praktisch nur noch der Lichtpunkt deutlich zu erkennen war.

Um sich ein besseres Bild der Testumgebung und des Test zu machen, beachten Sie die entsprechenden Bilder in diesem Artikel. «Track1» und «Track2» (Bild 4) zeigen aus der Vogelperspektive den geflogenen Parcours. Dabei sind die Maximalentfernungen jeweils eingezeichnet. Diese sind ca. 500 m. Wegen der Auflösung der digitalen Bilder und der jeweiligen Distanz des Modells sind leider keine aussagekräftigen Bilder über die Leuchtkraft möglich gewesen. So nebenbei ist es schon erstaunlich festzustellen, was unsere Augen aufzulösen vermögen.



Schlussfolgerungen

Die schlechtere Sichtbarkeit des Strobe Light mag zuerst überraschen, lässt sich aber wie folgt erklären: Die Lichtleis-


tung beider Light-Source-Typen ist etwa gleich. Ein grosser Unterschied besteht in der jeweils eingesetzten Optik. Beim Strobe Light kommt eine 360°-Optik zum Einsatz, welche einen grossen Sichtbereich ermöglicht. Die abgestrahlte Energie pro Fläche ist aber tiefer. Bei den Nav Lights kommt eine Optik mit geringerem Öff-
nungswinkel zum Einsatz. Der Sichtbereich wird dadurch etwas kleiner, dafür ist die Lichtstärke in diesem Sichtbereich klar höher. Die Farbe der LEDs war ein weiterer Punkt, welcher die Sichtbarkeit gegenüber weissem Licht klar erhöhte. Es ist durchaus möglich, dass man mit einem roten Strobe Light mit einer anderen Optik genau

so gute Resultate erzielt wie mit den eingesetzten Nav Lights. Jedenfalls waren wir überrascht, wie stark die Erkennbarkeit des Fliegers verbessert wurde. Die Beleuchtung ist in einer solchen Anwendung nicht einfach nur «schön», sondern stellt einen klaren technischen Mehrwert dar. Wir hoffen, Sie

mit dem vorliegenden Testflug von genau diesem Mehrwert überzeugt zu haben. Lassen Sie sich hiermit verführen, Ihre eigenen Erfahrungen mit Beleuchtung an Bord Ihres Flugmodells zu machen. Weiterführende Informationen über das Thema «Light Up Your Aircraft» finden Sie unter www.innoflyer.ch.




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