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5. Fesselflug-Plauschtreffen in Thun

von Peter Trachsel
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... und Petrus ist wahrscheinlich doch ein Fesselflieger!


Als es am Abend vor dem 5. Fesselflug-Plauschtreffen vom 31. März 2007 in der Region Thun blitzte und donnerte und kurz darauf intensiv zu schneien begann, fing ich ernsthaft an, meinen Titel das letztjährigen Berichts über dieses Treffen anzuzweifeln. Die Überschrift lautete damals «Petrus muss ein Fesselflieger sein ...».

Nichts destotrotz trafen sich die Helfer am kommenden Morgen um 7.00 Uhr beim Clubhaus der Modellfluggruppe Thun, um den Aufbau der Infrastruktur in Angriff zu nehmen. Das Fluggelände war von einer dünnen Schneedecke überzuckert und den Bergen entlang hing der Nebel tief. Die Organisatoren, Bruno Wittwer und Peter Däppen liessen sich davon jedoch nicht beirren, und wir begannen, Zelt und Festbänke aufzustellen, das Flugfeld abzusperren und im Schnee die am Vortag mit weisser Farbe markierten Kreismittelpunkte zu suchen. Und siehe da, bereits um 9.00 Uhr lichtete sich der Nebel und in den ersten Sonnenstrahlen wurden die frisch verschneite Stockhornkette und der Niesen sichtbar. Was jetzt jedoch noch fehlte, waren die Fesselflieger. Als sich dann bei Peter Däppen ein Kollege aus dem kaum 30 km entfernten Belp telefonisch erkundigte, ob denn das Treffen bei diesem Wetter stattfinde, war klar, dass die Sonne nicht in der ganzen Schweiz schien und einige Fesselflugpiloten noch nicht recht motiviert waren, den teilweise langen Anfahrtsweg nach Thun unter die Räder zu nehmen. Die Freude bei den Veranstaltern war dann gross, als sie den Finnen Lauri Malila mit seiner Freundin als ersten Piloten begrüssen durften. Lauri ist Mitglied der finnischen Fesselflug-Nationalmannschaft, lebt aber seit einiger Zeit im Schweizer Jura.

Offenbar funktioniert die Kommunikation unter den Fesselfliegern hervorragend. Jedenfalls trafen nun immer mehr Teilnehmer auf dem Fluggelände ein, sodass schliesslich im Flugzeugpark 34 Fesselflugmodelle gezählt werden konnten. Die Palette der mitgebrachten Modelle reichte vom Anfängermodell über eine vorbildgetreue Corsair und Oldtimern bis zu den neusten Kunstflug-Wettbewerbsmodellen. Auch bei den Piloten war vom Schüler über den Experten bis zum «Oldtimer» alles anwesend. Die Schweizer Nationalmannschaft 2006 war mit Peter Germann, Peter Däppen, Peter Hofacker und dem Coach 2007, Stanojevic Zivomir, vertreten.

Als bei Lauris Wettbewerbs-Modell im tiefen Rückenflug plötzlich der Motor zu stottern begann und die Leistung nicht mehr ausreichte, um in die Normalfluglage zurückzukehren, wurde es auf dem Gelände sehr ruhig. Alle schauten angespannt zu, ob und wie er sein Modell aus dieser misslichen Situation retten kann. Der Finne behielt seine Nerven und liess das Modell bei nahezu Leerlaufdrehzahl und nahe dem Strömungsabriss auf dem Rücken weiterfliegen. Er drehte endlos Runden um Runden, bis, kurz bevor der Triebstoff ausging, der Motor noch einmal kurz hochdrehte. Diesen Moment nutzte Lauri, um das Modell in die Fluglage «Fahrwerk unten» zu bringen und es sauber zu landen. Die Zuschauer atmeten erleichtert auf und ein grosser Applaus war ihm sicher.



Auch in diesem Jahr war natürlich wieder für das leibliche Wohl gesorgt. An den Tischen und auf dem ganzen Gelände sah man viele zufriedene Gesichter, und es fand manches angeregte Gespräch über die Fliegerei und den Fesselflug im Speziellen statt. Gegen den Schluss des Treffens demonstrierten die Veranstalter Bruno und Peter mit ihren «Flite Streak» eine Fuchsjagd. Diese endete jedoch in einem nicht geplanten Spektakel: Nachdem sich die Luftschraube von Peter's Modell in Bruno's Streamer verfang, ohne ihn abzuschneiden, waren beide Fuchsjäger nicht mehr steuerbar, stürzten ab und steckten keinen Meter voneinander entfernt im Boden. Die Schäden an den Modellen hielten sich in Grenzen und sind reparierbar. Ausser diesem kleinen Zwischenfall ereigneten sich keine weiteren Bruchlandungen oder gar Abstürze.

Die Veranstalter dürfen auf einen wiederum gelungenen und ungezwungenen Anlass zurückblicken, der ihnen in diesem Jahr, trotz den wetterbedingten Startschwierigkeiten, eine Rekordbeteiligung bescherte. Wir freuen uns alle schon auf das 6. Treffen am 29. März 2008 und hoffen auf möglichst viele Teilnehmer. Nach diesem ab 9.00 Uhr morgens strahlend sonnigen Tag kommt der Schreibende zum Schluss: «... und Petrus ist wahrscheinlich doch ein Fesselflieger!»

*Bericht: Peter Trachsel
Fotos: Peter und Michael Trachsel*



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