Editorial

Sind Kröten in der Landwirtschaftszone zulässig?

von Emil Ch. Giezendanner
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Sind Kröten in der Landwirtschaftszone zulässig?

Liebe Leserin, lieber Leser

Reden darf jeder, wo er will, was ihm grad einfällt und auch die Foren (und E-Mails) – richtig geschriebenen Sätzen oft schon nahe kommend – lassen jeden Schmarren zu. Wer in Zeitschriften schreibt, hats da schon etwas schwerer; denn er verrät seine Meinung und gibt sich damit der Öffentlichkeit preis. Wer allerdings das schreibt, was Leser und Politiker grad gerne hören bzw. lesen wollen, kann sich schadlos halten. Natürlich können auch wir Modellflieger/innen allen Entwicklungen etwas Positives abgewinnen. Versuchen wir es doch mit etwas Zynismus und danken der Politik für alles, was sie uns einbrockt – ääh, ich meine schenkt. Nehmen wir z.B. die schrankenlose Einwanderung: Sie bringt uns Wachstum, Wohlstand und in erster Linie Bauboom. Sobald unser Land zubetoniert sein wird – eine saubere Sache – und die Gebäude vermehrt in die Höhe wachsen, können wir in den Häuserschluchten fliegen und werden so sämtliche Probleme mit den Höhenbeschränkungen durch den Luftverkehr gelöst haben. Genug eingesperrt im Büro in der Stadt – oder in der S-Bahn –, strömen die Menschen in ihrer Freizeit hinaus in die nahen Gebiete, in denen man/frau sich erholen muss. Sie joggen, reiten, haben Hunde und Bikes. Wie schön, mit unseren Modellflugzeugen nicht mehr einsam und allein auf dem Feld zu sein. Wir fliegen den gestressten Erholungssuchenden nie über die Köpfe, deshalb bleiben wir besser gleich am Boden, geniessen Kameradschaft und bewundern gegenseitig unsere Hightech-Jets aus Styropor. Sie sind gemäss einer Fachzeitschrift aus dem Norden die ganz grosse Errungenschaft. Haben sie doch einen wunderschönen Sound und meistens nicht allzu lang... Vergessen wir nicht unsere ultimativen Natur- und Vogelschützer. Fast kollegial und fair mit ihnen zusammenzuarbeiten ist besser als fliegen; denn Vögel hats überall und auch ganz seltene Kröten. Eine nach wie vor grosse Bewunderung muss ich unseren Bau- und Planungsämtern zollen. Ihre Angestellten zerbrechen sich im Schweisse des Angesichts ganz echt ihre Köpfe darüber, ob Modellflug in der Landwirtschaftszone zulässig sei. Von den Gemeinden über die Kantone bis hin zum Bund(esgericht) werden in harter Arbeit Ordner gefüllt, interessante Anhörungen und spannende Sitzungen abgehalten. Aber die Frage aller Fragen ist – obwohl bei uns rund 150 Jahre alt – noch immer nicht gelöst und damit auch das Problem mit der Zufahrt und dem Parkieren nicht; denn ein bisschen Bewegung soll gesund sein, besonders im Alter, und das, was heute als «Modellflugzeug» verstanden wird, ist meistens leicht und handlich. Vielleicht können wir die Importeure motivieren, uns auf jedes Wochenende eine Palette davon gleich auf den Flugplatz zu stellen.

Es grüsst ein durch und durch
positiver Redaktor
Emil Ch. Giezendanner



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