RC-Kunstflug (F3A) in Pfäffikon
Veranstalter: MG Pfäffikon
Zum insgesamt dritten Male führte die Modellfluggruppe Pfäffikon die RC-Kunstflug-Schweizermeisterschaften durch (1969, 1979 und 1981). Da die Pfäffiker sich seit Jahren je länger je mehr dem Elektroflug zuwenden und mit dem Internationalen 'Militky-Cup' jedes Jahr einen grossen und aufwendigen Wettbewerb durchführen, war eigentlich die Übernahme der Schweizer Meisterschaft nicht vorgesehen. Ähnlich wie im RCS-Hang ging es schliesslich darum, anstelle grosser Worte zuzupacken und die Meisterschaft durchzuführen.
Bilder: H. R. Kästle

Das Figurenprogramm ist 1980 von der RC-Fako festgelegt worden und muss als recht anspruchsvoll bezeichnet werden. Im Dezember 1980 hatte dann die CIAM (FAI) beschlossen, jeden Piloten sein eigenes Programm auswählen zu lassen (wie vorher im Final) sowie Start und Landung aus dem Programm zu streichen. Dieses Kürprogramm erweist sich aber in der Praxis als nicht unproblematisch, da die Piloten verschiedene Figuren fliegen und eigentlich gar nicht richtig miteinander verglichen werden können. Ob Start und Landung aus dem Programm zu streichen seien, auch darüber scheiden sich die Geister ... «Fliegen heisst landen», habe ich einmal irgendwo gehört – nun, im Kunstflug würde das dann zumindest nicht mehr zutreffen. Für die Schweiz hatte die Fako für 1981 keine Änderungen beschlossen, so dass nochmals das feste Programm geflogen werden musste.
Eines ist gewiss, der heutige Flugstil und die grossen Geschwindigkeiten werden schon bald einmal der Vergangenheit angehören müssen. Auch der Weg zu den Grossmodellen wird nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Grössere Modelle erfordern stärkere und grössere Motoren, was zu den Lärmbekämpfungsbestrebungen schlecht passen würde.

In der Ausschreibung war klar und deutlich festgehalten worden, dass sämtliche Anlagen die Typenprüfnummer aufweisen müssten und dass nur die durch die PTT bewilligten Modellfernsteuer-Frequenzen erlaubt seien. Viel mehr können Kommissionen und Veranstalter auch in Zukunft nicht tun. Wenn ein Pilot eine Meisterschaft zu fliegen im Sinn hat, dann muss er sich bekanntlich vorbereiten. Zu diesen Vorbereitungen gehört meines Erachtens auch das genaue Studium der einschlägigen Reglemente sowie der Ausschreibung. Dass es mit der Typenprüfnummer noch immer nicht überall klappen würde, war fast voraussehbar. Wenn aber ein Pilot einen offiziellen Kanal angibt und gleichzeitig auf einer französischen Frequenz fliegt, sollte das eigentlich die PTT stärker interessieren, falls in ihren eigenen Reihen Gesetze und Verordnungen den gleichen Stellenwert einnehmen wie für «gewöhnliche» Modellflieger.
Mir scheint, dass einige Piloten den Organisatoren, Funktionären, Punktrichtern usw. ganz besonders argwöhnisch auf die Finger schauen, sich selber aber keinen Deut um Reglemente und Vorschriften kümmern. Da wird sich in den nächsten Jahren noch einiges ändern müssen, falls wir Modellflieger als Sportler ernst genommen werden wollen.
Das fliegerische Niveau hat sich im RC-Kunstflug in den letzten Jahren gesamthaft gesehen weiter verbessert. Die Spitze ist eindeutig breiter geworden. Geht man allerdings vom heute hohen internationalen Standard aus, so bleibt noch viel zu tun. Persönlich glaube ich, dass die meisten Piloten noch zuviel mit «Kraft» fliegen und damit ihre Maschinen eher den Gesetzen der Ballistik unterstellen als denjenigen auftrieberzeugender Flächen. Auch stört mich zusehends die überhandnehmende Fräserei, welche im Gross-Kunstflug nur gerade noch zu Jagdflugzeugstaffeln Vergleiche zulässt. Einer der Hauptgründe, welcher zur Entwicklung sehr schneller und stabiler Kunstflugmodelle geführt haben dürfte, ist sicher beim meist böigen typischen Schweizer Wetter zu suchen. Schnelle Modelle reagieren auf turbulente Strömungen weit weniger stark als langsame. Bei gleichmässigen Winden, wie sie im Flachland oder in Meeresnähe auftreten, könnte man die Fluggeschwindigkeiten, ohne Nachteile einzugehen, erheblich reduzieren. Schweizer Kunstflugmodelle sind somit eigentlich Schlechtwetterflugzeuge geworden: extrem übermotorisiert, zu klein geratene Tragflächen und damit verbunden zu hohe Flächenbelastungen. Sollte es zufällig einmal schön und ruhig sein, ist kaum einer mehr in der Lage, echten Kunstflug im klassischen Sinne zu zeigen, und nur wenige Punktrichter wären in der Lage, diesen Kunstflug richtig beurteilen zu können. Es lebe der Kunstflug.
Giez.
Einmal mehr mussten die Piloten mit ihren Modellen zu den Geräuschmessungen erscheinen. Obwohl die Bestrebungen des AeCS, den Geräuschpegel der Flugmodelle zu senken, im grossen und ganzen auf fruchtbaren Boden gefallen sind, bleibt nach den Messungen für alle beteiligten Funktionäre ein ungutes Gefühl zurück. Motoren, welche in der Luft ihre guten 14000 drehen, kommen auf dem Messbock kaum auf 13000 U/min. Damit stellt sich aber bald einmal die Frage vom Nutzen und der Glaubwürdigkeit solcher Messungen. Regionale Messprotokolle würden eine minutiöse Modellkontrolle erforderlich machen, welche mehr Aufwand bedeuten würde als die Messerei selbst. Einen kleinen Lichtblick gibt uns die Messmethode nach FAI, wonach jedes Modell beim Start auf einen Meter Distanz gemessen wird. Diese kurze Messdistanz ist von einigen Fachleuten umstritten, bewährte sich jedoch an der F3A-WM 81 recht gut und lässt sich praktisch ohne Zeitverlust durchführen. Die eindeutig saubersten Messungen, jedoch technisch aufwendig, wären ohne Zweifel Messungen während des Fluges. Das Messgerät müsste zu diesem Zwecke mit einem Schreibgerät versehen sein, und die Aufzeichnungen könnten nach jedem Durchgang in aller Ruhe ausgewertet werden.

| Name | Gruppe | Modell | Motor | Propeller | Dimens. | RC-Anlage | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Bruno Giezendanner | Pfäffikon | Scorpion | OS VF | Metterhausen | 10x 7 1/2 | Pro Line | 7387 |
| 2. René Schumacher | Visp | Arrow | Webra | Eigenbau | Simprop | 7093 | |
| 3. Emil Giezendanner | Pfäffikon | Scorpion | OS VF | Metterhausen | 10x 7 1/2 | Pro Line | 6735 |
| 4. Hugo Peyer | Reusstal | Marvin | Webra | Metterhausen | 10x 7 | Kraft | 6595 |
| 5. Noldi Peyer | Reusstal | Marvin | Webra | Metterhausen | 10x 8 | Webra | 6476 |
| 6. Kurt Schyder | Falknis | E. K. | Rossi | Metterhausen | 10x 8 | Graupner | 6197 |
| 7. Alex Meier | Wohlen | Scorpion | OS VF | Metterhausen | 10x 7 1/2 | Pro Line | 6065 |
| 8. Hans Lustenberger | Einsiedeln | Marvin | Webra | Metterhausen | 10x 7 1/2 | Graupner | 5908 |
| 9. Markus Lehmann | Wangen | Marvin | Webra | Metterhausen | Simprop | 5814 | |
| 10. Philippe Prongin | Bulle | Griffon | OS VF | Metterhausen | Graupner | 5739 | |
| 11. Peter Mast | Rohrbach | Martello | OS VF | Metterhausen | 10x 7 1/2 | Microprop | 5724 |
| 12. Christof Zubler | Münchenb'see | Scorpion | Pro Line | 5703 |


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