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Rétroplane 2007

von Jack Kägi
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Rétroplane ist das Hangflugtreffen von Oldtimer-Segelflugmodellen in Frankreich. Im Sommer 2007 fand es in den Vogesen statt. Jack Kägi, ein angefressener Oldtimer-Fan, hat den Anlass besucht und war hell begeistert. Hier sein Bericht:


Was oder wer ist Rétroplane? Die Antwort findet sich im Internet unter www.retroplane.net. Es handelt sich um eine Gruppe von Modellflugpiloten, welche alte Segelflugzeuge lieben. Die Organisationsform ist der Schweizerischen IGG ähnlich. Rétroplane ist etwa vier Jahre alt, selbsttragend, vorwiegend gesponsert von Modellbaushops und kommt mit einem Minimum an Aufwand aus. Es gibt nur eine Art Komitee, bestehend aus drei Leuten, aber ohne eigentlichen Obmann und Kassier. Die Website mit einem Forum ist gut aufgemacht und hat viele gute Links.

Der grosse Unterschied zwischen Rétroplane und den üblichen Seglertreffen besteht darin, dass sich die Teilnehmer nicht mit teuren Gross-Seglern befassen, welche als ARF- oder Fertigmodelle erworben wurden, sondern mit eigenhändigen Nachbauten von Seglern aller Grössen aus der Vor-GFK-Zeit. Diese Vorbilder bestanden ja meistens aus Holz, Stahlrohr und Bespannung. Diese Formel ermöglicht es auch einem nicht so finanzkräftigen Modellbauer, mit einem relativ günstigen und aus Holz gebauten Scalemodell (Maquette) aktiv und erfolgreich mitzuwirken. Das Rétroplane-Treffen findet jedes Jahr während eines Wochenendes an einem anderen Ort in Frankreich statt. Dieses Jahr war es der Schweisel im Elsass. Das Treffen war international und wurde von siebzig Piloten aus acht Ländern besucht. Dabei bot sich die gute Gelegenheit, englische und französische Sprachkenntnisse aufzufrischen. Die Teilnehmer kamen aus Frankreich, Irland, England, Belgien, Holland, Deutschland, Österreich und der Schweiz (vier Teilnehmer) mit über hundert Modellen.

Bei diesem sehr professionell durchgeführten Anlass habe ich eine noch nie gesehene Vielfalt an nachgebauten Flugzeugtypen angetroffen. Vom Lilienthal-Gleiter über einen amerikanischen Truppentransporter, «homebuilt», Hochleistungs-Segler der 30er- und 40er-Jahre bis hin zu den bekannteren Typen wie K8 und ASK 13 war alles vorhanden. Die unglaubliche Vielfalt an Farben und Formen liess das heute vorherrschende weisse GFK-Einerlei langweilig erscheinen. Spannweiten von einem bis sechs Meter wurden in die Luft geschoben. Hauptsache war, dass es sich um eine selbst gebaute «Maquette» handelte. Modelle aus Baukästen wie Krick Grunau Baby, Minimoa usw. waren problemlos zugelassen, nicht aber Oldtimer mit GKF-Rümpfen und Schaumflügeln. Der Hang und das Wetter ermöglichten es, die zum Teil in Museumsqualität gebauten Modelle bei besten Bedingungen in ihrem Element bewundern zu können. Es war auch ein Fest für alle Fotografen. Trotz der hohen Beteiligung und der vielen gleichzeitig fliegenden Modelle gab es keine Unfälle oder Störungen. Erst recht bestand kein Grund zu Diskussionen über Landepunkte und Regelverstösse. Der in jeder Hinsicht gelungene Anlass wurde nur durch den Regen am Sonntag getrübt, was aber keineswegs Langeweile aufkommen liess. Der Tag wurde genutzt, um die gesponserten Preise zu verlieren, Modelle nochmal anzuschauen, zu diskutieren, Adressen auszutauschen und neue Pläne zu schmieden. Eines ist sicher: Ich werde auch nächstes Jahr wieder dabei sein an diesem Festival der Oldtimer-Segler.

Text und Bild Jack Kägi




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