Wie schön, im Hangwind zu fliegen
Tragt bitte Sorge zu unseren (noch) erlaubten Hangfluggeländen
Hangfliegen gehört wohl zu den schönsten und naturverbundensten Modellflugerlebnissen. Ob mit kleinen, leichten Flitzern oder grossen, majestätischen Superorchideen, sie realisieren uns den Traum vom Fliegen.
Bis jetzt wurde uns das «offizielle» Hangfliegen weitgehend aus dem engen Blickwinkel der Sicherheit doziert. Dabei gibt es auch andere, über allem stehende Probleme zu melden: Gemeint ist der zunehmende Verlust an Hangfluggeländen. Eine traurige Entwicklung. Die Ursachen sind vielfältig.
Leider muss es gesagt sein. Das Drohnenverbot in den schönsten Hangfluggebieten von Appenzell Innerrhoden geht auf den zunehmenden Einsatz von Drohnen zurück. Betroffene Modellflieger haben sich mit Politikern zusammengetan und versucht, den Modellflug aus der Revision der Jagdverordnung herauszunehmen. Leider ging das Ansinnen mit 23 zu 21 Stimmen im Grossen Rat knapp nicht auf. Einen Bärenienst dazu soll auch das BAZL geleistet haben. Ein Votant meinte dazu: «Wenn man das Verbot auf Drohnenflüge beschränken würde, dann würde die Verordnung den Vorgaben des Bundesamtes für Zivilluftfahrt sowie des Bundesamtes für Umwelt nicht mehr standhalten.»
Im Alpstein gilt seit dem 1. November 2020 ein kantonales Flugverbot für unbemannte Luftfahrzeuge wie Drohnen und beispielsweise Segelflugmodelle.
Gemäss der kantonalen Verordnung zum Jagdgesetz (JaV) ist der Betrieb von Drohnen von weniger als 30 kg im unten angefügten Perimeter zum Schutz der Tierwelt ab 1. November 2020 untersagt.
Wir bitten Sie, dies entsprechend zu respektieren. Ausnahmegenehmigungen können für gewisse Zwecke eingeholt werden.
Nachdem heute – zumindest in der Schweiz – Flugmodelle keine Drohnen sind, wäre diese Regelung vermutlich eher im Sinn von unseren Hangflugfreunden herausgekommen. So schnell wird allerdings keine weitere Revision zu erwarten sein. Abschliessen noch ein Kuriosum: Gleitschirmfliegen ist erlaubt.
Mehr Informationen aus direkter Quelle:
<https://schweizer-drohnen.ch/>
Wer über Wildschutzgebieten hangfliegen will, ist gut beraten, sich vorher zu erkundigen. Im Wildtierschutz des Kantons Bern unter «Einschränkungen von Freizeitaktivitäten» wird von einem grundsätzlichen Drohnenverbot «gegenwärtig abgesehen». Es können jedoch gezielt Einschränkungen in einzelnen Gebieten erlassen werden. Noch ein Kuriosum: Modellflugzeuge mit Kameras werden den Drohnen gleichgestellt. Vorbildliche Arbeit zum Thema Natur- und Wildschutz hat der Schweizerische Hängegleiter-Verband (SHV) geleistet. Neben den gesetzlichen Hinweisen wurde eine ausgezeichnete Übersicht erstellt.
<https://www.shv-fsvl.ch/>
Ich denke, dass dies auch ein gangbarer Weg für uns sein könnte. Einfache Übersichten wären ein erster Schritt.
Beim Hangfliegen in schwierigem Gelände kann ein Motor in der Nase – oder obendrauf – ein richtiger Segen sein. Wenn ein «Absaufer» nahezu den Verlust des Modells bedeuten würde, kann der Antrieb das Modell zurückbringen und retten. Wunderbar! Der Elektromotor als Retter und «Flautenschieber». Keine Probleme, weder für den Naturschutz noch für Wanderer.
<https://www.modellflugsport.ch>
Nun zu den technisch ausgereiften Elektroturbinen-Klapptriebwerken. Sie gehören heute zum festen Bestandteil des Einsatzes von Grossseglern. Sie eröffnen den Piloten neue Dimensionen eines rasanten Flugstils bis hin zu Kunstflugfiguren. Eigenstartfähigkeit in Verbindung mit optisch unsichtbaren Antrieben nach deren Einziehen. Diese Antriebstechnik gehört ganz eindeutig ins Flachland und nicht an die Hänge. Aber auch da ist auf das Umfeld zu achten.
Schnelles Fliegen in Verbindung mit hohen Leistungen verlangt unweigerlich einen grösseren Flugraum.
Leider meint ein altes Sprichwort, dass die grössten Feinde des Modellflugs die Modellflieger selber seien. Dies trifft wohl immer auf extreme Auswüchse zu. Ich meine das «Hangfräsen» mit ebendiesen E-Turbinen. Wohl sind diese Antriebe im Sound nicht unbedingt unangenehm. Das offenbar Störende entsteht erst in Kombination mit dem Einsatz dieser Geräte. Die Geschwindigkeit – der Wirkungsgrad wird höher – und jede Menge «elektrischer» Aufwind verlocken zu attraktiven Vorbeiflügen, ohne auf Thermik zu achten. Dieser Hangflugstil kann auf Aussenstehende aggressiv und gefährlich wirken. Leider hat das zu Flugverboten auf diversen Hängen geführt. Technisch viel gewonnen, leider viel öffentliche Akzeptanz verschenkt, schade.

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