Titelstory

P-51: Wie wäre es, wenn Sie die Winterpause zum Bauen benutzten?

von Rudolf Huber
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Es sind mythische Flugzeuge, von denen man träumt, sie eines Tages fliegen zu können oder, ganz einfach, davon ein möglichst realistisches Modell herzustellen.


Ich war von einer legendären Maschine fasziniert, deren Bau im Herbst 2009 begann und mit dem ersten Probeflug im letzten Oktober zu Ende ging: Die Mustang P-51 aus ARF Composite, gebaut mithilfe von Philippe, einem langjährigen Modellbauer und unvergleichlichen Konstrukteur im Fliegerclub von Lémont de Glovelier.


Kurze Beschreibung des Originals

Das nachgebaute Muster ist die P-51D Mustang «Kansas City Kitty», die im letzten Weltkrieg in Europa eingesetzt wurde. Sie gehörte zum 339. Jägerschwader FG der 8. US-Luftwaffe mit Basis in Felmore in England. Das restaurierte Original ist eines, das diese Zeit überlebt hat. Es fliegt immer noch in den USA.


Die Ausführung des verkleinerten Modells

Die Mustang P-51 aus ARF Composite ist ein vollständig aus GFK bestehendes Modell mit 2,54 m Spannweite für eine Länge von 2,27 m. Es handelt sich um einen Bausatz von Fiber Classic, den es seit den Neunzigerjahren gibt und der von der Firma Composite ARF überarbeitet wurde. Die Qualität des Bausatzes ist einfach perfekt und bildet das Flugzeug so realitätsnah wie möglich ab. Die Details des Rumpfs, wie zum Beispiel die Aluminiumplatten und die Nieten, sind integrierter Bestandteil der Laminierform. Das Modell wird in grauer Farbe geliefert, was einem Flugzeug komplett aus Aluminium entspricht.


Konstruktion

Konstruktionsprinzipien waren, dass alle Bauelemente zugänglich und demontierbar sein mussten, und dabei waren Klappen vorzusehen, identisch mit dem Modell in echter Grösse. Meine Devise war, zweimal nachzudenken und vor dem Fräsen, Bohren und Kleben nichts zu überstürzen. Eine wertvolle Hilfe während der gesamten Konstruktion lieferten folgende Dokumente: «Baubericht zweier Mustangs P51D der Firma Composite-ARF» von Tom Grimm und Herbert Dutscher, die sich im Internet fanden (*http://www.modellflieger-neu-kirchen.de/baubericht/P51 1.htm*), und «Aero Detail #13 North American P-51 Mustang» von Hobbylink in Japan, das eine riesige Menge von Informationen zu Details gibt, mit zahlreichen Photos zur Unterstützung. Ohne mich mit Details aufzuhalten, beschreibe ich einige wesentliche und kritische Punkte der Konstruktion.



Motorisierung

In Anbetracht dessen, dass meine Endbearbeitungen des «Modells» auf Kosten des Gewichts gehen würden, beschloss ich, die Mustang mit einem starken 3-W-Zweizylinder-Reihen-Motor mit 110 cm3 auszustatten, der 10,5 PS erzeugt. Wie für dieses Modell gemacht, verschwand er wunderbarerweise unter der Haube. Zum Köhlen des hinteren Zylinders unter der Haube hat Philippe – nie um eine Idee verlegen – eine Luftleitfläche ausgedacht, die vom Lufteinlass unter dem Rumpf bis zum hinteren Zylinder verläuft. Sie ist aus Balsa-Holz und wird bei der Endbearbeitung lackiert.



Cockpit und Kabinen-Schiebeverglasung

Die Innenausstattung ist ein in den Rumpf eingesetztes Gehäuse, das den Platz der Empfangsplatine einnimmt. Diese wird dann genau hinter das Gehäuse platziert, hat eine unvermeidliche Auswirkung auf die Zentrierung des Flugzeugs und somit auf das vorne hinzuzufügende Gewicht! Die Glashaube läuft auf Schubladenschienen. Eine Spindel ermöglicht die Öffnung um 10 cm. Sie wird von einem mechanischen Ventil betätigt, das von einem Luftbehälter im Rumpf versorgt wird.


Das einziehbare Fahrwerk

Unter dem rechten hohlen Flügel befinden sich das mechanische Ventil zum Antrieb des einziehbaren Fahrwerks sowie der Luftbehälter. Unter dem linken Flügel haben wir eine Platine vorgesehen, die die Verkabelung zwischen den Flügelelementen zusammenfasst, wie zum Beispiel die Servos der Querruder, der Flaps, der Zusatztanks sowie die Beleuchtung und die aus dem Rumpf kommenden Kabel.


Die Oberflächenbehandlung

Die Alterung eines Modells besteht darin, ihm ein durch Betrieb abgenutztes Aussehen zu geben. Wir haben versucht, so realistisch wie möglich die Spuren des Auspuffs, der Schrammen, der Ölverluste und des benutzten Cockpits zu reproduzieren. Um die Nieten hervorzuheben, haben wir die Strukturlinien des Rumpfs mit einer mit Wasser verdünnten Acrylfarbe nachgedunkelt. Dafür haben wir einen Lappen mit grauer Farbe getränkt, die wir auf die gewünschten Stellen verteilt haben, um den angesammelten Schmutz darzustellen. Danach haben wir mit einem sauberen Lappen kräftig überschüssige Farbe abgerieben. Die wasserlöslichen Abziehbilder, die wir in Deutschland fanden, konnten wir leicht vor der Endlackierung aufbringen. Diese Arbeit darf nicht unterschätzt werden, denn grosse Bilder lösen sich leicht ab.

Die mattglänzende Endlackierung wurde einem Autolackierer anvertraut. Diese Arbeit hat seinen Lehrling richtig glücklich gemacht.



Der erste Flug

Der erste Flug war recht sportlich (der Schwerpunkt war viel zu weit hinten). Er fand im letzten Oktober statt, nach einigen Kampagnen zum Einlaufen des Motors auf dem Teststand. Der Flug des Modells erwies sich schlussendlich als sehr ordentlich und kann eine ganze Anzahl von Modellbauern glücklich machen.


Technische Daten
Spannweite:254 cm
Länge:227 cm
Gewicht:21 kg
Motorisierung:Benzinmotor Zwei-zylinder Reihenmotor 3 W mit 110 cm³ (10,5 PS)
Propeller:Mejzlik Dreiblatt 25×12
RC System:13 Servos + Befehlsgeber (?) + Lichtsteuerung.
Platine Weatronic 2,4 Ghz
Arbeitsstunden:Einige hundert.
Wir zählen nicht.

Schlussfolgerung

Viele Mitglieder des Clubs waren bei der Konstruktion sehr aktiv, und man kann sehen, wie sich diese Modelle auf unserem Platz entwickeln. Wir hoffen, diese Konstruktionen, und auch Ihre eigenen Konstruktionen, beim internationalen Treffen der Modellflieger wiederzufinden, das vom Fliegerclub von Lémont am 3. und 4. September 2011 in Glovelier organisiert wird.

Hinweis für Amateure und gute Konstruktionen: Rudolf_huber@bluewin.ch




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