Nachruf für unseren Freund Max Moor
Am 22. Juni 1995 hatten wir die traurige Aufgabe, einem unserer besten und wertvollsten Freunde das letzte Geleit zu geben. Vorab möchten wir auch an dieser Stelle seiner Frau Marlies, Sohn René mit Familie, Bruder Hans und allen übrigen Verwandten das herzliche Beileid sicher aller Modellflieger, die Max kannten, und insbesondere das der Modellfluggruppe Affoltern a. A. aussprechen.
Max war für uns alle der Inbegriff eines Freundes. Für jeden Kameraden, ob jung, ob alt, stand er stets hilfsbereit und mit vielen wertvollen, guten Ratschlägen zur Verfügung. Wenn Meinungsverschiedenheiten in der Gruppe waren, blieb Max immer der ruhende Pol. Aber nicht nur seiner Ruhe, sondern insbesondere auch seinem hervorragenden Fachwissen in vielen Sparten unseres Sportes verdankt die Gruppe einen grossen Teil der Erfolge seit der Gründung vor über vier Jahrzehnten.
Noch gut erinnert sich der Chronist an die Jahre während und unmittelbar nach dem letzten Weltkrieg, als ein kleines Häufchen von Enthusiasten einen Modellflugverein im Knonaueramt gründen wollte. Einer der Aktivsten dabei war natürlich Max. So kam es dann im ersten Baulokal in der «Fuchshöhli» in Affoltern a. A. zur Gründung der damals noch nicht dem AeCS angehörenden Gruppe, später zum Zusammenschluss mit der ebenfalls neuen Gruppe Bonstetten, wo wir Anschluss an die Modellflugbewegung des AeCS fanden. Mit dieser Gruppe feierten wir dann unsere ersten Erfolge, hinter denen in technischer Hinsicht vielmals Max mit seinem hervorragenden Fachwissen, seinen uneigennützigen Ratschlägen und oftmals blendenden neuen Ideen stand. So war es denn auch nahelegend, dass wir vor über 40 Jahren «unsere» eigene Modellfluggruppe in Affoltern a. A. gründeten, wo sich Max im Verlaufe der Jahre in vielen Chargen des Vorstandes hilfreich zur Verfügung stellte. Vor allem seine langjährige Tätigkeit als Bauleiter war ein echter Gewinn für viele junge Modellflieger. Nur zu gut sind uns die zahlreichen Baukurse im Schulhaus Affoltern in Erinnerung.
Während meiner langjährigen Tätigkeit als Obmann der Modellfluggruppen Bonstetten und Affoltern wie auch später als Regionalobmann war Max jederzeit einer meiner verlässlichen, hilfsbereiten Freunde. Nicht nur konnten wir die unzähligen Probleme der rasch wachsenden Modellflugbewegung besprechen, wobei sich seine Meinung meist mit meinen Ansichten deckte. Wenn dies der Fall war, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war.
Leider wurde damals die Modellflugbewegung innerhalb des AeCS noch als «Quantité négligable» betrachtet, und wir benötigten oftmals recht viel Mut, um mit gewissen «altgedienten» Vertretern des Clubs zu verhandeln.
Es waren aber nicht nur die «politischen» Probleme der Modellflugbewegung, sondern vor allem gab es täglich organisatorische und technische Probleme lösen. Ich denke dabei an die vielen Wettbewerbe und Meisterschaften, die es regional, national und international durchzuführen oder zu besuchen galt. Wenn wir einen zuverlässigen Helfer benötigten, hat uns Max nie enttäuscht. So hat er auch noch vor kurzer Zeit grosse Arbeit für das gute Gelingen der Ausstellung zum 40-Jahr-Jubiläum unserer Modellfluggruppe geleistet. Es wäre zu schön, wenn sich die jüngeren Generationen mit der gleichen Begeisterung für den Club einsetzten wie Max und ebenso niemals fragen würden, wieviel Entschädigung bezahlt werde. Dann wären wir im Modellflug wieder beim echten Sportgeist.
Es würde den Rahmen des «Modellflugsports» sprengen, wenn es hier gälte, auf alle fliegerischen und technischen Leistungen von Max einzugehen. Nicht ohne Wehmut denke ich an die ungezählten Stunden beim Tüfteln mit Max zurück. Nur einige wenige Beispiele mögen bei den alten Modellfliegern Erinnerungen wecken und den jüngeren vielleicht Ansporn sein. Wieviel Zeit wendete Max auf für die Suche nach neuen und besseren Profilen im Freiflug, leichteren Bauweisen, besseren Motoren, der Erforschung der Anströmungsverhältnisse im Hangflug (Richtungsstabilität), der Konstruktion immer neuer Vorrichtungen für den Hochstart (anfänglich galt es noch mit 200 Meter Schnur zu starten, die dann auch wieder eingerollt werden musste, und Nylon war noch unbekannt!), den Bau von Düsentriebwerken und den dazu passenden Modellen, den Bau und natürlich immer die Entwicklung von erfolgreichen Motormodellen. Diese grosse Arbeit wurde aber noch übertroffen von seiner riesigen Begeisterung für den Hangflug.
Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich festhalte, dass schon zwei Generationen von seinen Entwicklungen in der Kategorie F1E profitieren. Mit «seiner» MAMO-Steuerung wurde der gesteuerte, vom Boden aus nicht beeinflussbare Hangflug Wirklichkeit. Hier fand Max internationale Anerkennung. Als Dank für seine riesige und uneigennützig geleistete Arbeit hat die Modellfluggruppe Affoltern a. A. Max Moor im Jahre 1974 zum Ehrenmitglied ernannt. Heute fehlt uns Max, wir sind traurig. Für die Modellfluggruppe Affoltern a. A.:
Heinz Weiss

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