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Modellflug: Leidenschaft und Berufung

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Das Modellfliegen geniesst hierzulande einen hohen Stellenwert. Die zahlenmässig grösste Sparte des Aero-Clubs der Schweiz fällt durch bemerkenswerte Leistungen gegenüber ihren Mitgliedern auf. Das soll so bleiben, und dazu braucht es engagierte Menschen: Macher, Denker, motivierte Leute mit Herz und Verstand. Der SMV ist auf der Suche nach Ihnen! Denn: Nur eine gesicherte Nachfolge für mehrere im Jahr 2011 abtretende Vorstandsmitglieder kann den erfolgreichen Weg in die Zukunft fortsetzen.


Reto Schilliger und René Müller setzen sich seit Jahren aktiv und engagiert für den Modellflug ein. Im nachfolgenden Interview erzählen sie über ihre Motivation, gewähren einen Einblick in ihre Tätigkeit und äussern sich reflektierend über Gegenwart und Zukunft des Modellflugs im Allgemeinen.



Wie beurteilen Sie die heutige Situation des Modellfluges in der Schweiz – übergeordnet betrachtet und aus Ihrer persönlichen Perspektive?

Reto Schilliger: Wer den Modellflug in erster Linie als Einstieg in die grosse Luftfahrt sieht oder als «kleine Alternative» für jene, die es nicht in Cockpits schaffen, der wird dem Hobby nicht gerecht. Ich betrachte das Modellbauen und -fliegen als eine grundsätzlich eigenständige, technisch wie feinmotorisch sehr anspruchvolle und pädagogisch wertvolle Freizeitbeschäftigung, die von einer Mehrheit in erster Linie zur Entspannung betrieben wird. Das Modellfliegen konkurrenziert heute mit einer wachsenden Vielzahl von interessanten Beschäftigungsmöglichkeiten. Um Nachwuchs zu gewinnen, muss das Angebot den heutigen Erwartungen noch besser gerecht werden. «Fun» ist angesagt, und dieses «spontan» und «voll easy»! Die Indoor-Szene macht das in vielerlei Hinsicht vor.

René Müller: Der Modellflug erlebte in den letzten Jahren sehr grosse technische Fortschritte. Waren wir vor Jahren noch als «Krachmacher» abgestempelt, können wir heute sehr leise und trotzdem leistungsfähige Motormodelle betreiben, welche die Umwelt weit weniger belasten als noch vor einigen Jahren. Im Weite-



ren sind neue Materialien verfügbar, um besonders einfache und günstige Modelle zu betreiben. Dadurch können auch Personen unser Hobby betreiben, welche handwerklich nicht so versiert sind oder nur Freude haben, ein Modell zu betreiben, nicht aber stundenweise im Hobbykeller zu verweilen, um ein Modell zu bauen. Für die Jugend ist es möglich, ohne grosse Kosten diesem Hobby nachzugehen und bereits in jungen Jahren einer sinnvollen und immer wieder faszinierenden Freizeitbeschäftigung zu frönen.

Wo liegt Ihre persönliche Motivation, sich als Vorstandsmitglied des SMV für das Modellfliegen zu engagieren?

Reto Schilliger: Es reizte mich schon immer, in Sachen Kommunikation etwas zu bewegen. Aus diesem Grund habe ich auch vor einigen Jahren einen Nachdiplomkurs in Corporate Communications absolviert. Das schöne im SMV: Während ich beruflich aufgrund der vorwiegend konzeptionellen und leitenden Tätigkeit mit der gestalterischen Umsetzung weniger zu tun habe, kann ich mich im SMV auch in diesem Bereich gelegentlich entfalten.

René Müller: Es ist mir ein Anliegen, die Akzeptanz des Modellfluges durch die Öffentlichkeit zu steigern und die Zukunft des Modellfluges in der Schweiz zu sichern, sodass jedermann, der diese Freizeitbeschäftigung ausüben möchte, dies auch tun kann.



Frage: Was spricht Ihrer Meinung nach dafür, sich aktiv im SMV zu engagieren, und was muss jemand an Fähigkeiten mitbringen, der sich dafür interessiert?

Reto Schilliger: An erster Stelle möchte ich die Möglichkeit nennen, sich für sein Hobby und über 7000 Kollegen und Kolleginnen einsetzen zu können. Dies verbunden mit einer vertieften Einsicht in alle Aspekte des Modellflugs und vielen daraus entstehenden Kontakten, ist an sich schon eine Bereicherung. Im Rahmen eines Amtes kann man darüber


Persönlich: Reto Schilliger

Reto Schilliger wurde 1960 als Sohn eines Swissair-Piloten und einer Swissair-Hostess geboren und schon in frühester Kindheit mit dem «Aviatik-Virus» angesteckt. Schilliger absolvierte die fliegerische Vorschulung und flog während rund zwei Jahrzehnten auch privat im Birrfeld. Früh regte sich in ihm auch das Interesse am Modellflug. 1978 trat er der MG Wehntal bei. Heute fliegt er vor allem Grossesegler und Motormodelle, seit Kurzem auch Jets. Seit 2001 ist Reto Schilliger als Vorstandsmitglied des SMV für die interne und externe Kommunikation verantwortlich. Schilliger arbeitet seit rund zwanzig Jahren schwerpunktmässig in den Bereichen Multimedia und e-Learning.



hinaus Erkenntnisse sammeln, die im Berufsleben von nicht zu unterschätzendem Wert sind: In meinem Falle sind die Erfahrungen im Umgang mit föderalistischen Strukturen und unterschiedlichsten Interessengruppen in meine Beratungstätigkeit und unzählige Projekte für den Bund und nationale/internationale Organisationen und Unternehmen eingeflossen. Die im SMV erworbene Kompetenz bildet in Form eines Arbeitszeugnisses übrigens auch Teil meines Lebenslaufs.

René Müller: Ich denke, man muss keine besondere Begabung besitzen. Das Wichtigste ist die Freude am Modellflug im Allgemeinen und, in diesem Rahmen etwas zu bewegen, um den Fortbestand unserer Freizeitbeschäftigung zu sichern. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass ein solches Amt einen Teil der Freizeit in Anspruch nimmt.



Reto Schilliger: Was kaum genug erwähnt werden kann: Für die Arbeit im SMV-Vorstand werden keinerlei frühere Engagements auf anderer Ebene vorausgesetzt. Quereinsteiger sind ausdrücklich willkommen, regt doch unbelastet frischer Wind zum Nachdenken über Dinge an, welche sonst gar nie in Frage gestellt würden.

Frage: Welches besondere Highlight während Ihrer Amtszeit ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?

Reto Schilliger: Da gibt es zahlreiche Dinge, die erwähnenswert wären. Ein besonderes Highlight bildete das weitgehend in Eigenregie erstellte Logo des SMV. Die basierend auf dem Logo entstandenen Briefschaften und Informationsmittel bis hin zur SMV-Flagge für internationale Anlässe, den Aufnähern für Nationalmannschaften und für die Leistungsabzeichen erfüllen mich immer noch mit etwas Stolz. Ganz so, wie man es auch als Modellbauer verspürt, wenn ein neues, selber gebautes Modell erstmals auf der Piste steht.

René Müller: Als besondere Erlebnisse sind mir die Durchführung von internationalen Meisterschaften in unserem Land, an welchen ich aktiv mitarbeiten konnte, in Erinnerung geblieben. Damit bot sich die Möglichkeit, den Modellflug auch über unsere Landesgrenzen hinaus kennenzulernen und mit anderen Kulturen in Kontakt zu treten.


Persönlich: René Müller

Seit 1990 ist der 54-jährige René Müller aktiver Modellflugpilot (Flächenmodelle, Segelflug, Motorflug). Nach mehreren Jahren als Vorstandsmitglied in einem Modellflugverein übernahm er im Januar 2003 das Amt des Regionalpräsidenten des RMV 3 Zentralschweiz. Seit der Umstrukturierung des SMV bekleidet er zudem das Amt «Leiter Ressort Regionen». Diese Aufgabe beinhaltet die Koordination des Wirkens der sieben Regionalen Modellflugverbände. René Müller ist Selbstständigerwerbender im Bereich der professionellen Audio-/Videotechnik.



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