F3J 4. Fribourg's Trophy 2022
Unter der bewährten Organisation um das OK von Markus Schneuwly fand am Wochenende vom 21./22. Mai 2022 die bereits vierte Ausgabe dieses Wettkampfes statt. Als grösster Event der Euro-Tour und nach der langen Corona-Pause für viele Teilnehmer erster internationaler Wettkampf zeigte sich der temporär errichtete Flugplatz von seiner besten Seite – schon zum zweiten Male konnte die Gastfreundschaft dieses Landwirtschaftsbetriebes nahe Düdingen für diesen Event genossen werden. Mit 49 Piloten aus sechs Nationen und – dank eines vorgängig in der Lokalzeitung
erschienenen Berichtes – auch vielen Zuschauern war es ein gelungenes kleines Volksfest und beste Werbung für den Sport und die Modellfliegerei im Allgemeinen – garniert mit bestem Wetter und einem Schweizer Sieg. Insbesondere die ausländischen Piloten waren durch unterschiedliche Corona-Massnahmen in ihren jeweiligen Ländern maximal nur zu eingeschränkten Trainings bzw. Wettkämpfen während dieser Zeit gekommen. Gemäss Roland Kurtz (D) vom MFG Dettingen-Treck sei ihm persönlich sogar nur ein einziger Wettkampf in Tschechien bekannt – dieser wurde aber nicht in der Eurotour-Reihe bestritten.

Der Organisator der diesjährigen Weltmeisterschaft im F3J vom 1. bis 6. August, der Slowake Jan Littva (junior), hatte zwischenzeitlich sogar jegliche Motivation zum Sport verloren. Die Absage der Wettkämpfe mitten in den Vor-

bereitungen sei einschneidend gewesen (erster Wettkampf wäre eine Fribourg's Trophy gewesen) und der fertig vorbereitete Flieger sei eingemottet worden. 2021 dasselbe Spiel in Grün, obwohl da natürlich eher klar war, dass auch diese Sai-

son der Pandemie zum Opfer fallen würde. Jan Littva hat darum mit F3L angefangen, einer neuen Klasse ähnlich F3J, aber mit 2 Metern Spannweite. Diese neue Klasse sei stark im Kommen und habe grosse Wachstumswerte – im Gegensatz zu F3J, bei der die Fribourg's Trophy nun der grösste Wettkampf mit nur noch 48 Piloten sei (vor 10 Jahren seien es noch 100 Piloten gewesen).
Technisch gab es gemäss beiden befragten Piloten keine grossen Schritte während der Pandemie – hingegen sei das Prestige des Herstellers Samba ein ganz grosser Schritt gewesen, aber kurz vor Corona schon auf dem Markt.
Die Wettkämpfe dauerten den ganzen Samstag bis am Sonntagmittag, danach das Stechen der acht besten Piloten. Die lange Corona-Pause hat dem hohen Niveau der Wettkämpfe nicht geschadet und eine einzige verpatzte Landung entschied die Finalteilnahme – oder eben nicht – der Schnitt zur Finalteilnahme war bei 99,8 Prozentpunkten!

Weil ein Rotmilan-Paar sich durch die vielen Modellflugzeuge über ihrem Neststandort mit Jungtieren gestört fühlte – erkennbar an den Warnpfeifen und Angriffsmänavern – wurde durch das OK die Erstellung einer Sperrzone und des Verbotes tiefer Überflüge dieses Waldgebietes in den laufenden Wettkampf eingeführt. Hochachtung haben da neben dem OK auch die Piloten verdient, die sich absolut professionell verhielten und diese Regeländerung ohne Probleme umsetzen konnten. Die Raubvögel wurden wieder «die besten Freunde» unserer Segelflugzeuge und man führte sich gegenseitig zu den besten Luftschläuchen. Miteinander, statt gegeneinander also – wie im richtigen Leben. Der Sieg ging an den international aktiven Schweizer Piloten Andreas Böhlen, aber auch Piloten, die zum Teil nur Wettkämpfe in der Schweiz bestreiten, haben es weit nach vorne geschafft – Tobias Lämm-
lein auf dem 6., Daniel Purbrick auf dem 13., Marc Summermatter auf dem 16., Richard Gadan auf dem 20., Ruedi Schaub, Felix Strässler, Hanspeter Iff, Jean Thévenaz, Hugo Pauli und Organisator Markus Schneuwly auf den weiteren Rängen zeigen doch eine aktive F3J-Bewegung in der Schweiz.
Sicherlich ist da noch Potenzial vorhanden für weitere Schweizer Podestplätze im In- und Ausland. Leider wurde der darauffolgende Wettkampf in Italien wegen zu tiefer Teilnehmerzahl abgesagt.
Die Weltmeisterschaft findet dieses Jahr nach zweimaligem Verschieben wegen Corona immer noch in der Slowakei statt, und einer der Teilnehmer des hochkarätig besetzten Feldes der Fribourg's Trophy – darunter fünf Nationalmannschaften – wird wahrscheinlich den Weltmeistertitel erringen. Die Schweiz wird durch die Piloten Marc Summermatter und Daniel Purbrick vertreten.
Sven Zimmermann,
Fotos: Linn Bürki
und Sven Zimmermann


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