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Fritz Schneeberger gestorben

von Walter Eggimann
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Kurz vor seinem 87. Geburtstag ist der bekannte Freiflieger Fritz Schneeberger verstorben. Fritz gehörte seinerzeit zu den besten und bekanntesten Modellfliegern der Schweiz. 1944 machte er den Flugmodellbau zu seiner lebenslangen Freizeitbeschäftigung. Die ersten zwei Modelle baute er nach der Zeitschrift «Der Schweizer Schüler». 1945 trat er in die Modellfluggruppe Frauenfeld ein. Dieser Gruppe blieb er zeitlebens treu.


Einfache Modelle als Erfolgsstrategie

Nach dem Wohnortwechsel nach Bern trat Fritz zusätzlich der Modellfluggruppe Thun bei. Dort konnte er seinem Hobby zusammen mit seinen Nationalmannschaftsfreunden Peter Spring und Ernst Eng frönen. Wo und in welcher Kategorie er auch an Wettbewerben teilnahm, vordere Plätze waren garantiert. Fritz erreichte Spitzenresultate bei den Modellflug-Ziellande-Wettbewerben und wurde 1963 Schweizer Meister bei den Wassermotormodellen. Diese Modelle wurden damals von einem im See verankerten Ponton gestartet. Der Pilot startete sein Modell meist aus der Bauchlage. Seine grosse Liebe gehörte den damaligen VM-Motormodellen (heute F1C.) In dieser Kategorie nahm er mit der Freiflug-Nationalmannschaft an mehreren WM teil. 1951 wurde er in Leutkirch Weltmeister in seiner Kategorie. Fritz baute zeitlebens sehr einfache Modelle. Sein Weltmeistermodell, dem finnischen «Pulteri» nachempfunden, verfügte ausser über die Thermikbremse über keinerlei Steuermechanismen. Eine Kurvensteuerung oder Winkeldifferenzsteuerung war an seinen Modellen nicht zu finden. Sichere Steigflüge, mit grosser Rechtskurve, verbunden mit ausgezeichnetem Gleitflug, waren Garant zum Erfolg.



Nach der WM wurde die Formel geändert

Um den Motorlärm zu reduzieren, mussten sogenannte Flüstertüten eingebaut werden. Nachdem diese Massnahme einen weiteren unerwünschten Leistungszuwachs zur Folge hatte, wurde diese Regeländerung gleich wieder verboten. Fritz hatte diese «Schalldämpfer» aufwendig durch den Pylon seiner neusten Modelle eingebaut. Einen Rückbau mochte er nicht mehr ausführen und verliess aus diesem Grund die Motorkategorie und wechselte zu den Segelmodellen. Neben und nach der Modellfliegerei war die Sportfischerei die grosse Leidenschaft von Fritz. Sein Freund Rudolf Schenker rüstete sein Boot zu einem kleinen Hightech-Fischerboot aus und Fritz zog gar manche schöne Forelle aus dem Thunersee. Fritz liess es sich nicht nehmen, hie und da sein letztes Segelmodell vom Dachboden herunterzuholen um im Gürbetal mithilfe seiner Frau und einer Umlenkrolle einige Genussflüge zu starten.



Freiflug für immer

Sein Interesse am Freiflug hat nie nachgelassen. Er besuchte gerne und oft Freiflugwettbewerbe. Die regelmässigen Besuche am Weltcup «Eurofly» gaben ihm Gelegenheit, sich mit seinen Freunden aus vielen Ländern auszutauschen. Dort traf er nach 50 Jahren seinen Freund und Mitkonkurrenten, den späteren mehrfachen Weltmeister Evgenyj Verbitsky aus der Ukraine. Für ein Bild der beiden holte Fritz sein letztes Motormodell vom Dachboden und restaurierte es für eine gemeinsame Fotoaufnahme. Seinen 87. Geburtstag, am Heiligabend 2010, durfte Fritz nicht mehr feiern. Einige Tage vorher, nach längeren gesundheitlichen Problemen, verstarb Fritz.

Wir haben einen liebenswerten Freund verloren. Fritz wird in unseren Erinnerungen immer einen Platz haben.




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