Regionen & Vereine

Samstag mit Sonnenbrille – Sonntag mit Regenschirm

von Hermann Mettler
5

Zum Glück gibt es jeweils Wetterprognosen vor dem Flugtag. So können sich die Zuschauer den richtigen Tag an diesem Wochenende auswählen. Für Liebhaber von Sonnenschein und angenehmen Temperaturen war dies ganz klar der Samstag.


Neue Sparten halten Einzug

Neben bereits bekannten Vorführungen wurden auch neue Sparten vorgestellt. So verliess der flott gekleidete Andy plötzlich eine ziemlich wild am Himmel herumkurvende Akro Super Decatlon. Der so erfolgte Absprung geschah nicht etwa wegen Übelkeit; denn Andy öffnete schon bald nach dem Ausstieg seinen eleganten schwarz-orangen Fallschirm und steuerte damit zielstrebig der Landezone zu. Dort setzte er direkt vor den Füßen des präzise steuernden Fallschirmpiloten auf dem Boden auf. HLG (Hand Launch Glider) erfordern einen gut trainierten Körpereinsatz der startenden F3K-Piloten. Diese beschleunigten ihre leichten, jedoch robust gebauten Modelle durch Drehen wie beim Diskuswerfen und schleuderten sie steil in die Luft. Danach ging es um das Auffinden kleinster Thermikblasen. Solche existieren auch in Bodennähe.

Schleppen geht auch im Multipack und dazu noch ganz leise. Mit der elektrisch angetriebenen Racal schaffte es Andy Wäspi, bis zu neun Segelflugmodelle gleichzeitig in den Himmel hinaufzubefördern. Jeder Seglerpilot war selbst für das Klinken seines Modells verantwortlich. Und dies funktionierte trotz der eher komplexen Seilverhältnisse, ganz ausgezeichnet. So konnten ganz viele Segler gleichzeitig und ohne Lärm auf die benötigte Ausgangshöhe geschleppt werden.


Die Faszination grosser Turbinenjets

Die Albatros L-39 scheint bei vielen Modellbauern beliebt zu sein. In Hausen war ein Grossmodell mit 2,7 m Spannweite und 24,8 kg Gewicht zu sehen.

Die Warthog A-10 von Edgar Bruhin passte mit 3 m Spannweite und 23 kg Gewicht ebenfalls in diese Klasse. Beide Turbinenjets waren im Flug weder zu überhören noch von ihrer Grösse her zu übersehen.



Sonntag – für wetterfeste Besucher auch ein Erlebnis

Plätze direkt hinter den Abschrankungen mit bester Sicht auf das Flugfeld waren am Sonntag aufgrund des angesagten Wetters leicht zu finden. Mit Gummistiefeln und Regenschirmen ausgerüstet, liessen sich die Zuschauer auch nicht durch den längeren Regenschauer erschüttern, der gegen Mittag über den Flugplatz zog. Im Festzelt gab es zu dieser Zeit einen herrlich duftenden Risotto, der durch seine aufwärmende Wirkung heiss begehrt war. Gegen 14 Uhr endete der Regen und der Flugbetrieb konnte wieder aufgenommen werden. Die Besucher wurden nun für ihr Ausharren durch ein sorgfältig an die tiefliegenden Wolken angepasstes Flugprogramm belohnt.


Fuchsjagd – ein unterhaltsames Spektakel

Nachdem die Piloten der Fuchsjagd im vergangenen Jahr eher ein sorgfältig inszeniertes Luftballett vortrugen, gingen sie dieses Mal mit wesentlich mehr Angriffslust auf Beutezug. Dabei wäre eigentlich das Ziel, den Fuchsschwanz an den Flugzeugen der Gegner präzise abzurasieren und dabei das jeweilige Modell unbehelligt weiterfliegen zu lassen. Im dreidimensionalen Raum ist dies eine sehr anspruchsvolle Herausforderung und es kam im Eifer des Geschehens gelegentlich zu unbeabsichtigten Kollisionen der Modelle. Und genau diese kaum voraussehbaren Situationen schafften am Himmel im Knäuel der sich gegenseitig jagenden Flugzeuge die prickelnde Spannung für die Zuschauer.


Ehrenvoller Abschied aus dem Flugzeugdasein

Viele dieser Flugzeuge hatten schon ein langes Flugzeugleben hinter sich. Statt in einem dunklen Abstellraum zu vergammeln, beendeten sie ihr Dasein nun ehrenvoll an der Fuchsjagd. Damit der Abschied doch nicht ganz so schwer fällt, werden wohl manche der Innereien wie Antrieb, Servos oder Empfänger bald wieder in einem neuen Modell auferstehen. Weitere Fotos befinden sich im Internet unter www.tellesys.ch.

Hermann Mettler




Alle Kategorien anzeigen →

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge →



An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙