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Profil einer beispiellosen Erfolgsgeschichte

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Auszug aus der Vereinschronik «50 Jahre MFG Liechtenstein»
Es war der Wunsch Günthers, ältester Sohn des Malermeisters Ludwig Matt aus Eschen, Modellflugzeuge zu basteln und zu fliegen. Durch die tatkräftige Unterstützung seines Vaters wurde dieser bald selber vom Flugfieber gepackt. Damit war wohl der Grundstein für das Hobby und die spätere Sportart «Modellfliegen in Liechtenstein» gelegt.


Gemeinsame Interessen – Gründung eines Vereins

Während Günther die ersten Fesselflug- und Freiflugmodelle baute, konstruierte Ludwig mit seinem Kollegen Egon Gstöhl aus Eschen die ersten Heissluftballone aus Seidenpapier, welche mit einer Spiritusflamme oft grosse Höhen erreichten.
Bald schlossen sich einige Gleichgesinnte dem Matt-Duo an, und kurz darauf wurde die Gründung eines Vereins ins Auge gefasst. Am 13. Mai 1961 war es soweit. Im Hotel Linde in Schaan fanden sich die fünf Initianten Ludwig Matt, Egon Gstöhl, Dr. Benno Matt, Paul Schnyder und Max Thöny sowie weitere 13 Gleichgesinnte zur Gründungsversammlung der Modellfluggruppe Liechtenstein MFGL, wie der Verein genannt werden wollte, ein.


Der Flugplatz liess nicht lang auf sich warten

Auf dem ersten Flugplatz hinter der heutigen Firma «Malbuner» fand schon am 6. August desselben Jahres das erste Schaufliegen mit Beteiligung von Gastpiloten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz statt. Die an diesem Schaufliegen geknüpften Kontakte dürften wohl ausschlaggebend für die Geschichte der MFGL gewesen sein. Am 23. November 1961 konnte mit der Gemeinde Eschen ein Pachtvertrag für das heutige Fluggelände geschlossen werden, wo sofort eine 10 m breite und 80 m lange Asphaltpiste geplant und gebaut wurde. Damit war die Basis geschaffen, um die für die damalige Zeit modernen Tiefdecker von einer Piste starten zu lassen.


Weltoffenheit fördert den Sport

Schon im folgenden Jahr, am 9. September 1962, wurde das



1. Internationale Freundschaftsfliegen organisiert, in welchem sich die Piloten der MFGL auch im Wettbewerb mit anderen Piloten massen. Günther Matt erreichte damals den 2. Rang. In den folgenden Jahren entwickelte sich dieses Freundschaftsfliegen als international bedeutender Wettbewerb, zu dem sich alljährlich Spitzen-



piloten aus ganz Europa und oft auch aus Übersee, darunter auch Welt- und Europameister, anmelden. Im Jubiläumsjahr 2011 wurde dieser Wettbewerb bereits zum 46. Mal ausgetragen. Im Jahr 1964 konnte ein weiterer wichtiger Markstein in der Geschichte der MFGL vermerkt werden. Mit der Aufnah-



me in den Liechtensteinischen Landessportverband konnte der Verein ein wichtiges Zeichen der Anerkennung dieser Sportart erhalten. Mit dem Beitritt der MFGL zur FAI (internationale Dachorganisation aller Luftsportarten) im Jahre 1966 wurde auch die Berechtigung zur Mitgestaltung von Reglementen für Wettbewerbe erworben. Die Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften sowie an internationalen Wettbewerben wurde ebenfalls gesichert. Sechs Jahre nach der Gründung der MFGL konnte sich Wolfgang Matt an der ersten Weltmeisterschaftsteilnahme 1967 in Korsika mit einem 6. Rang in der Weltspitze der Modellflugakrobaten platzieren. Mit der Berufung des Gründers Ludwig Matt in den Landessportverband am 24. Mai 1968 waren die Interessen der Modellfliegerei fortan in kompetenter Weise vertreten.

1971 übernahm die damalige Landesfürstin I. D. Gina von Liechtenstein erstmals das Patronat über das Internationale Freundschaftsfliegen und spendete den Siegerpokal. Diese Tradition wird von der jetzigen Landesfürstin I. D. Marie von und zu Liechtenstein bis heute weitergeführt. Durch regelmässige Teilnahme an internationalen Wettbewerben, an denen Wolfgang Matt Siege in Serie erreichen konnte, schufen die Liechtensteiner beste Voraussetzungen für internationale Grossanlässe. An der Weltmeisterschaft 1975 in Bern



wurde Wolfgang Matt erstmals Weltmeister im Motorkunstflug (F3A). Das Liechtensteiner Nationalteam mit Wolfgang Matt, Norbert Matt und Wieland Meier belegte in der Mannschaftswertung den 2. Rang. Seit 1971 organisiert die MFGL jährlich die entsprechenden Landes- und Clubmeisterschaften. Doch nicht nur im Wettbewerbsgeschehen hat die MFGL internationale Bedeutung erlangt, sondern auch im Punktrichterwesen. Mit Egon Gstöhl, Max Eichmann, Adolf Keutschegger, Toni Böller, Sigi Beck und Hermann Kleeb konnte die MFGL qualifizierte Punktrichter an Welt- und Europameisterschaften sowie internationalen Wettbewerben stellen. Ein weiteres für die MFGL sehr wichtiges Kapitel wurde geschrieben, als die MFGL im Juli 1994 die Europa-



Aktiver Verein – wunderschöner Flugplatz

In den Jahren seit der Gründung der MFGL ist in der Rheinau-Benden durch alljährliche Instandstellungen und Erweiterungen des Fluggeländes ein Modellflugplatz mit einer beispielhaften Infrastruktur entstanden. Auf dem Kinderspielplatz und dem Grillplatz sind oft nicht nur die Piloten, sondern auch deren Frauen und Kinder, Freundinnen und Freunde anzutreffen. Durch regelmässige Publikumsanlässe wie das alljährliche Schaufliegen und die turnusgemässen Ausstellungen konnten der Unterhalt des Flugplatzes (Platz und Gebäude) sowie die Erweiterungen finanziert werden. Nach einer ersten Renovation der Piste und des Clubhauses in den Jahren 1981/1982 wurde in den Jahren 1993/94 das Fluggelände in vielen Fronstunden zu der heutigen Anlage erweitert. Mit der Erschliessung des Geländes mit Wasser, Strom, Telefon und Gas sowie dem Einbau einer leistungsfähigen Küche darf die MFGL stolz auf einen Flugplatz mit erstklassiger Infrastruktur sein. 2003 wurde das Clubhaus mit einem fixen Vordach erweitert, welches bei regnerischem Wetter als Unterstand für die Modelle dient, und bei Veranstaltungen auf dem Flugplatz als überdachtes Restaurant für die Besucher genutzt wird. Schmerzlich war der Hinschied unseres langjährigen Ehrenpräsidenten und Gründungsmitglieds Ludwig Matt am 12. Dezember 1987. Seine Ideale und Vorstellungen im Modellflug werden aber sicher in seinem Sinne weiterleben.


Aus dem Vereinsleben

Bei regelmässigen monatlichen Versammlungen in den Monaten März bis Oktober, hauptsächlich in der Clubhütte auf dem Fluggelände, trifft man sich zur Behandlung der administrativen «Tagesgeschäfte». Diese Versammlungen werden durch Fachvorträge, Theorie des Modellfliegens, Diavorführungen oder durch einfache Fachdiskussionen ergänzt. Was auf unserem Fluggelände das alljährlich abgehaltene Sommernachtsfest ist, ist im Dezember der Nikolausabend, an welchem auf humoristische Art und Weise der eine oder andere vom Nikolaus erfährt, was er im abgelaufenen Jahr fliegerisch oder gesellschaftlich so alles «verbrochen» hat. Der offizielle Schlusspunkt jedes Vereinsjahres wird mit der statutarisch vorgeschriebenen und gut besuchten Jahresversammlung gesetzt, natürlich mit anschließendem Nachtessen. Es ist das aufrichtige Anliegen aller Mitglieder der MFGL, den Gründern und Pionieren der MFGL für ihr Wirken im Geiste einer sinnvollen Freizeitgestaltung und schönen Sportart zu danken.


F3A – eine Erfolgsserie über Jahrzehnte

Im F3A-Motorkunstflug hat sich die MFGL nicht nur europaweit, sondern weltweit einen grossen Namen gemacht



und das Wettbewerbsgeschehen durch ihre grossen Erfolge seit ihrer Gründung beeinflusst. Diese Erfolge sind auf die kameradschaftliche Teamarbeit sowie die Unterstützung durch die vielen Helfer zurückzuführen. Bei den Konstruktionen der vielen Flugmodelle von Wolfgang Matt hat besonders sein Bruder und heutiger Präsident der MFGL, Günther Matt, seine Hand im Spiel gehabt, und bei der Lösung von technischen Problemen haben viele Helfershelfer laufend mitgewirkt. Ebenfalls zu erwähnen ist das wettbewerbsmässige Training, welches in all den



Jahren von den international ausgebildeten Punktrichtern der MFGL geleitet wurde. Wolfgang Matt erflog zwei Weltmeistertitel, sechs Mal den Vizeweltmeister, vier WM-Bronzemedaillen sowie viele Top-Ten-Platzierungen. Wolfgang's Sohn Roland Matt kam bereits in jungen Jahren zu einer WM-Bronzemedaille (2005). Auch die Mannschaftswertungen an Weltmeisterschaften könnte grosse Nationen vor Neid erblessen lassen: 2. Rang 1975; 4. Rang 1993; 3. Rang 1997 und 2005. Zu den grossen Teamerfolgen trugen die Piloten Wieland Meier, Günther Marxer, Ludwig Matt jun., Peter Kunkel, Nobert Matt, Roland Matt und Nick Schädler ganz entscheidend bei. Auch an den 15 bisher ausgetragenen F3A-Europameisterschaften waren die Liechtensteiner tonangebend: fünf Titel, vier Vize und zwei Mal Bronze für Wolfgang und einen Titel, vier Vizemeistern und zwei Bronzemedaillen für Roland. Dazu kommen mehrere Mannschafts-Europameister und -Vizemeister. Eine ganze Reihe weiterer Erfolge im Motorkunstflug durften die Matts weltweit verbuchen wie zum Beispiel an den Tournaments of Champions (TOC), Las Vegas (USA), wo Roland und Wolfgang mehrere zweite und einen dritten Platz feiern durften. An den diesjährigen Weltmeisterschaften in den USA waren beide Teilnehmer aus Liechtenstein, Stefan Kaiser und Wolfgang Matt, in den Top-Ten platziert.


Erfolgreiche Segelflieger und Jet-Piloten

Bereits 1964 gewann Günther Matt bei seiner ersten Teilnahme den Hubacher-Ziellandewettbewerb. Der Weissfluhcup in Davos ist für die Liechtensteiner Piloten ein sehr beliebter und erfolgreicher Wettbewerb, konnten doch die Piloten Fidel Frick, Werner Batliner und Bruno Sawatzki 1988 gleich die ersten drei Ränge belegen. Im gleichen Jahr, am CD-Cup in
Bischofszell, verbuchten die Piloten Paul Koch, Bruno Sawatzki, Fidel Frick und Willi Mathis mit den ersten vier Rängen einen Grosserfolg. In den letzten zehn Jahren beteiligten sich Fidel Frick und Robert Cames an insgesamt vier Weltmeisterschaften. Nach anfänglichen Klassierungen im Mittelfeld konnte Fidel Frick an den F3B-Weltmeisterschaften 2007 in Emmen mit dem 3. Rang einen überraschenden Erfolg feiern. Seit 1999 fliegen auch turbinenbetriebene Modellflugzeuge auf dem Modellflugplatz Benden. Die Pioniere auf diesem Gebiet waren Ludwig Matt jun. und Hansruedi Baumgartner, Markus Schweizer und Raimund Wehrle die als erste des Vereins sich mit der neuen Technik vertraut gemacht hatten. Derzeit betreibt Raimund Wehrle, das Jetfliegen intensiv. Mit dem schweizerischen Nationalteam bestritt er die letzten beiden Jet World Master in Israel (2009) und den USA (2011), wobei er in der 20-kg- Klasse als Bester seines Teams den 9. Platz feiern durfte.


Einzug des Elektroflugs

Eine der grössten «Revolutionen im Modellflug» ist die Entwicklung im Elektroflug, welche in den letzten 10 Jahren rasante Fortschritte erzielte. Durch die Entwicklung neuer und sehr leistungsfähiger Akkus («Lipos») bei niedrigem Gewicht wurde diese Antriebsart für die Modellfliegerei attraktiv und machte auch vor der MFGL keinen Halt. Heute sind auf dem Flugplatz der MFGL nur noch wenige Flugzeuge mit einem Verbrennungsmotor zu finden, die Mehrheit (ca. 80%) haben die Vorzüge der elektrischen Antriebe zu schätzen gelernt.


Vielfältige Aktivitäten in der Öffentlichkeit und für die Öffentlichkeit

Die MFGL bemühte sich auch immer, sich an Veranstaltungen und Anlässen ausserhalb des Modellflugplatzes zu präsentieren. Dabei standen die MFGL-Piloten in den letzten Jahren bei folgenden Veranstaltungen im Einsatz:

  • Eröffnung der LIE-Games 1999
  • Regelmässige Sportkurse im Rahmen der LOSV-Breitensportförderung
  • Flugshows anlässlich der Gemeindesportfeste in Eschen und Schaan
  • Indoor-Flugeinlage anlässlich des Volleyball-Cuphalbfinals in Schaan 2008
  • Projekttag des Liechtensteinischen Gymnasiums und des 10. Schuljahres
  • Flugeinlage anlässlich der Eröffnung der neuen Freizeitanlage in Gamprin 2011
  • Indoor-Flugeinlage anlässlich der LIE-Games 2011 bei den Judo-dokas

Seit 1998 betreibt die MFGL eine Homepage ([www.mfgl.li](http://www.mfgl.li)) und seit 2003 besitzt die MFGL einen eigenen Song.




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