Editorial

Digitalisierung – ein grosses Wort!

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Modellfliegerinnen und Modellflieger

Vor nicht allzu langer Zeit wurden wir – insbesondere aus Bundesbern – mit Aufrufen, Belehrungen und Warnungen vor einem drohenden wirtschaftlichen Niedergang ohne Digitalisierung fast täglich bombardiert. Wie weit der Normalbürger diese Botschaften verstanden hat und sogar einigermaßen nachvollziehen konnte, bleibe einmal dahingestellt. Die meisten von uns wurden allerdings zur Digitalisierung gezwungen. Banken, Behörden und auch Verbände verlangen von ihren Kunden, Bürgern und Mitgliedern immer mehr Eigenleistungen. Überall müssen wir uns einloggen und Daten eingeben. Das geht von der bezogenen Energie bis hin zu Geldüberweisungen usw. Nur ganz selten folgen diesen persönlichen Leistungen auch Gebührensenkungen, da

sie dem Leistungserbringer schliesslich helfen sollten, effizienter zu arbeiten. Mit anderen Worten, der Bürger hat sich unspektakulär an die Errungenschaften der Digitalisierung gewöhnt – wohl auch weil er dazu laufend gezwungen wird. Aber wie steht es bei unseren «Vorbetern»? Corona hat es offenbar brutal an den Tag gebracht. In der Bundesverwaltung wird mit kantonalen Aussenstellen noch immer per Fax kommuniziert und Videokonferenzen über das in die Jahre gekommene Skype organisiert. Bundesrätin Simonetta Sommaruga meinte im Rahmen der Ständeratsdebatte über die Herausnahme des Modellflugs aus der EU-Drohnenverordnung, die Registrierungspflicht könne doch kein Problem sein, sondern sei mit einem Mausklick zu erledigen. Damit

mag sie eventuell recht haben. Ob allerdings ihre Ämter UVEK und BAZL in der Lage wären, den ganzen Datenfluss zeitnahe und sicher zu bearbeiten, muss ich ernsthaft bezweifeln und die Vorstellungen dazu in der EU sind nur noch lächerlich.

Mit freundlichen Grüssen,
Emil Ch. Giezendanner




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