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FAI Weltmeisterschaften 07 Helikopter F3C in Wloclawek Polen

von Andy Kessler
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Die Weltmeisterschaft in Polen stand für das Schweizer Team nicht unter einem besonders guten Stern. Der amtierende Europameister Patrick Kessler nahm aufgrund eines Todesfalls nicht teil.


Patrick Kessler nahm Abschied. Es wäre ohnehin seine letzte internationale F3C-Meisterschaft gewesen. Er wird sich künftig mehr mit seiner Lieblingskategorie 3D beschäftigen. Wir werden sehen, ob er sich auch dort an Meisterschaften beteiligen wird. Patrick hat sich in zehn Jahren internationaler Wettbewerbe kontinuierlich nach vorne gearbeitet. Bereits 1997 an seiner ersten WM in der Türkei wurde er als Siebter bester Europäer und 2006 in England Europameister. Wir von der Heliszene Schweiz bedauern natürlich den Abgang von Patrick – er hat die letzten Jahre stark geprägt. Wir danken ihm an dieser Stelle herzlich für seinen Einsatz und die Erfolge. Damit bleibt für den Moment nur Ennio Graber als Aspirant für Plätze an der Weltspitze. Es ist natürlich zu hoffen, dass weitere Piloten den Aufwand nicht scheuen, sich weit nach vorne zu arbeiten.

Nach diesem kleinen Ausflug zurück zur WM. Die Organisation war sehr gut. Wir hatten nicht erwartet, dass alles so reibungsfrei läuft. Markus Rohrer konnte sich kurzfristig – ohne Vorbereitungszeit – zur WM-Teilnahme entschliessen und hat die ganze Übung nicht bereut. Die Situation hat gezeigt, dass es künftig wohl Sinn machen wird einen echten Ersatzmann zur Verfügung zu haben.


Grosse Leistungsdichte

Schon früh zeichnete sich ein Zweikampf von Hiroki Ito, Japan, und Scott Gray, Kanada, ab. Youngblood zeigte anfangs noch beträchtliche Mühe stellte sich aber immer besser auf die F3C-Fliegerei ein. Eine Woche zuvor hatte er noch den zweiten Platz beim 3D-Masters in England belegt. Die weiteren Japaner waren eher etwas unter der gewohnten Leistung. Ennio konnte sich wieder in den ersten 10 platzieren und Hans hatte einen sicheren Platz in den ersten 30. Markus konnte sich um Platz 50 einreihen. Die Leistungsdichte ist bis auf wenige Piloten sehr hoch. Ein kleiner Fehler kostet da schnell mal bis zu 10 Plätze.



Ennio war der beste Pilot mit einem unverkleideten Modell. Curtis flog zum erstaunen aller einen Rumpf mit Elektroantrieb von NEU und das sehr erfolgreich. Also im Gegensatz zu früher schön anzusehen und leise. Vor ihm wie bereits in Spanien Ito als Weltmeister und Gray als Vizeweltmeister. Alle drei flogen bereits mit 2,4 GHz Anlagen von JR/Spectrum.


  • 1. Hiroki Ito, Japan, Sylphide 90/Super Gracy**
  • 2. Scott Gray, Kanada, Sylphide 90/Super Gracy**
  • 3. Curtis Youngblood, USA, Vibe 90E/Rumpf**
9. Ennio Graber SUI
26. Hans Emmenegger SUI
52. Markus Rohrer SUI

Teamwertung
  • 1. Japan
  • 2. USA
  • 3. Österreich
  • 8. Schweiz


Wie auch die Profi-Heliszene zur Einsicht kam

Die grosse Frage bei der Ankunft war, welche «Elektro-Kollegen» Hans bei dieser WM bekommen hat. In Spanien war er noch der einzige «Elektriker». Das Schweizer Team hatte immerhin mit ihm und Markus bereits zwei Elektro dabei. Dazu gesellte sich kein Geringerer als Curtis Youngblood, und auch K.H. Nielsen und Cees Verplanke flogen elektrisch. – Also fünf Teilnehmer. Nachdem Hans schon 2005 gezeigte hatte, dass es auch elektrisch geht, hat Curtis mit seinem dritten Rang wohl endgültig auch die Weltspitze wachgerüttelt. Zumindest die Japaner des JR-Teams traten an der japanischen Meisterschaft im Oktober mit einigen Elektrohelis nach Schweizer Konstruktion an, und Vizeweltmeister Scott Gray ist demnächst am Testen. Weltmeister Ito flog zuerst zwar mit Verbrenner, wechselte nach einem Motorproblem aber, um auf Nummer sicher zu gehen, auf sein Elektroersatzmodell und sicherte sich damit den Sieg. Das Ganze fand beim Präsidenten des Herstellers JR soviel Gefallen, dass man zu Beginn des neuen Jahres einen Elektrowettbewerbsheli herausbringen wird. So kann jeder ohne grossen Aufwand elektrisch fliegen. Bei Temperaturen von bis zu 40 °C und mehreren Hundert Flügen haben die Modelle ihre Alltagstauglichkeit gezeigt, und auch die grössten Skeptiker wurden weich. Ich möchte den Kommentar des Entwicklungsingenieurs der bekanntesten japanischen Motorenfirma nach einem Testflug nicht wiedergeben, aber er spricht für sich. Warten wir es ab, wie es 2009 in den USA aussieht. Zumindest in der Schweiz wird im nächsten Jahr ein gewichtiger Anteil Elektro sein.

Dem OK gilt natürlich ein grosser Dank für die so gut organisierte WM.




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