Editorial

Dein Hobby – die grosse «kleine Freiheit»

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser


Die Welt der Hobbys ist unendlich und Fliegen für mich das Grösste. So würde ich – in der Anflugschneise des Flugplatzes Dübendorf wohnend – den satten Sound und das schnittige Flugbild von ein paar F/A-18-Staffeln jederzeit der Roboter-Muppet-Show sämtlicher Madonnen der Welt vorziehen. Nun, jeder versteht unter «Hobby» etwas anderes. Spricht man von Beruf und Arbeit, ist sehr viel klarer, was darunter zu verstehen ist. Hobbys sind meistens nicht ganz billig. Sie können je nachdem verteuert oder verbilligt werden. Selber Bauen kommt nicht in jedem Fall günstiger. Hightech, dort wo's auch einfacher geht, aber schon. Zwanzigmal an seinem teuren Heli den Heckrotor abgestreift, kann bald einmal einen wunderschönen Gasturbinen-Jet aufwiegen. Wenn verwöhnte Junioren vor lauter Blödsinn ihre Flugzeuge zu Schrott fliegen und laufend ersetzt bekommen, sind sie selber schuld – ich meine die Alten. Das Hobby ist nur eine «kleine Freiheit». Dein Umfeld, deine Familie, dein Portemonnaie und dein berufliches Engagement bestimmen mit. Betreibst du Modellflug auf dem Gelände einer Modellfluggruppe, musst du mit weiteren Einflüssen und Beschränkungen leben lernen. Machst du dein Modellflug-Hobby zum Sport und fliegst Wettbewerbe, bist du noch weniger alleinbestimmend: Du unterziehst dich ohne Wenn und Aber den geltenden Konventionen – festgelegt in Reglementen. Es kommt noch dicker: Du hast Entscheide auch derjenigen Funktionäre zu akzeptieren, von denen du glaubst, sie seien vollkommene Idioten. Denn selbst im sogenannten Spitzensport gehen die Meinungen diametral auseinander: Während die einen das Wetter als «fliegbar» beurteilen, sind die andern der Meinung, die spinnen, wir betreiben doch ein Hobby! Mein Fazit: Du versuchst dir in deinem Leben dein Hobby so einzuordnen, dass für dich ganz persönlich die Definition «Hobby» als Balance zwischen gesellschaftlichen Verpflichtungen und «kleiner Freiheit» zum Stimmen kommt. Ich wünsche dir dazu viel Glück und die Kraft, nie aufzugeben.

Mit kollegialen Grüssen
Dein Redaktor
Emil Ch. Giezendanner




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