Cessna 185 Sky Waggon von Aeronaut
Die Cessna 185 ist als manntragendes Original ein einmotoriger Ganzmetallschulterdecker mit gutmütigen Flugeigenschaften, was letztlich die Mannschaft von Aeronaut dazu animierte, ein Flugmodell zu konzipieren.
Ein erster Blick in den Baukasten zeigt nach Bauabschnitten abgepackte Teile in feinstem Lasercut gefertigt. Die eingehendere Kontrolle macht klar, hier werden alte Tugenden wiederentdeckt: neben einem vollständigen Holzsortiment finden sich Schrauben, Ruderanlenkungen, Scharniere, Schubstangen etc. – will sagen, nichts ist hinzuzukaufen. Die Bauanleitung besteht aus 3-farbigen Schemazeichnungen – nicht etwa fotografierten Bildern – und weist mit knappen Worten unmissverständlich den Bauverlauf. Weiterhin liegt eine nummerierte Stückliste bei, nach der die mit Zahlen markierten Bauteile verlässlich zu identifizieren sind.
Man beginnt mit dem Rumpfaufbau: Seitenteile sind im Nut-Feder-Prinzip zusammenzustecken. Die Seitenteile werden im Bereich Motorraum und Kabine aufgedoppelt, danach können wir ohne jegliche Nacharbeit die ersten Spanten in präzise vorgeschnittene Nuten einstecken. Ein Kritikpunkt – schliesslich sollen die Reutlinger nicht übermütig werden: Die lasergebrannten Trennungslinien könnten etwas dicker angelegt sein. Rippen und Spanten sind aus den Sperrholzbrettern über die Durchtrennung von ~1 mm Verbindungsbrücken herauszulösen. Die anfallende Arbeit beinhaltet eine Mischung aus Abbrechen des umrahmenden Holzes oder Stanzen mit Beitel oder Teppichmesser; meistens klappt das, gelegentlich nehmen Bauteile Schaden. Das Rumpfgerüst wird, ausgehend von zwei horizontal verlaufenden Kabinenrahmen, über Steckung der Spanten und Querträger im Nut-Feder-Prinzip erstellt. Im nächsten Schritt verleimen wir an Ober- und Unterseite Kieferleisten, die im nächsten Schritt der aufzubringenden Beplankung als Auflage dienen. Während Seitenwände aus gefrästem 3-mm-Pappelsperrholz bestehen, sind an Ober- und Unterseite herstellerseits 1,5 mm dicke, passgenau zugeschnittene Balsaholzplättchen einzusetzen. Etwas anspruchsvoller gestaltet sich die Abdeckung des Motorraums mit nach unten abnehmbarer Haube. An den Kanten beginnend, beplankt man Stück für Stück mit 5 × 5-mm-Balsaleisten, abgetrocknet werden sie gespachtelt und zu einem sphärisch gerundeten Frontteil verschliffen. Den Heckabschluss fertigen wir mittels zehn miteinander zu verleimender Balsaplatten, die anschliessend entenschwanzförmig zu raspeln sind. Als Anregung: Der Autor überprüft die Rumpf-Längs-Achse auf Geradlinigkeit über einem Laserstrahl. Der Test verläuft ohne Beanstandung, was beweist, der Bausatz ist mit Präzision geschnitten.
Beim Aufbau der Höhen- und Seitenruder werden Kammholm und Rippen mit ihren Füsschen in die Einschnitte einer Papphelling gesteckt. Mühvolles Verkasten entfällt, weil die Rippen in Einschnitte des Holms gesteckt werden. Nach Abnahme von der Helling fügen wir oben und unten Kieferrovings ein. An der Endleiste verkleben wir Balsaverstärkungen als Gegenlager für die Ruderscharniere. Eine fertig vorgeschnittene Beplankung, als Nut und Feder zusammengefügt, ist aufzubringen.

Die Ruderblätter für Höhe und Seite entstehen in gleicher Weise auf einer Papphelling. Bei der Tragflächenfertigung platziert man, am Randbogen beginnend, Rippe um Rippe in die Stanzlöcher der Kartonhelling und vorgeschnittenes Verkastungsplättchen dazwischen. Servobrettchen für Querruder und Landklappen sowie ein Steckungsrohr aus Messing werden eingesetzt. Dank hoher Passgenauigkeit lässt sich das Rohr ohne weitere Nacharbeit in die vorgesehenen Lochungen der Rippen einschieben. Die Beplankung der Tragflächen beginnt mit Deckung der Oberseite des in der Helling liegenden Rippengerüstes. Nach Abtrocknen Herausnehmen aus der Kartonhalterung, Abschneiden der Rippenfüsschen, Beplanken der Unterseite.
Nun aber zu einem Kritikpunkt: Alle Beplankungshölzer der Cessna bestehen aus 1,5 mm keinesfalls hartem Balsaholz. Gleichgültig, wie sauber man die einzelnen Planken verleimt, geschliffen wird immer! Vorbestehend dünne Bretter dünnt man weiter aus, ungeschickte Berührungen im späteren Flugbetrieb führen zu Einbrüchen, wie das beiliegende Foto zeigt. Die Konsequenz – ich überziehe alle 1,5-mm-Beplankungen mit 49 g Glasmatte. Fillern und Lackierung die zwangsläufig nächsten Schritte. Konstruktiver Gegenvorschlag: Liebe Schwaben, nehmt 2,0-, besser 2,5-mm-Balsabretter, dann entfallen die geschilderten Probleme.
Ruderhörner, Servo-Einbringung, Verkabelung – all dies lässt sich dank guter Vorarbeit der Reutlinger zeitsparend montieren. Die «Glasfenster» sind vorgeschnitten, gefräste Holzrähmchen werden problemlos eingesetzt, Ruderscharniere über Vorbohrungen eingesteckt, Haupt- und Spornfahrwerk über entsprechende Bohrungen fixiert.
Den Motorraum erreicht man über die von unten zu entfernende Haube. Der Fahrgastraum ist nur über das Dachfenster, eine 5 × 10 cm breite Klappe, zugänglich. Dort liegt ein Servo für Spornrad und Seitenruder, das zwei getrennte Bowdenzüge ansteuert. Die Höhenruder erhalten ihre Rudermaschinen in den zugehörigen Dämpfungsflächen. Als Antrieb entscheide ich mich für einen Aussenläufer mit 6S-Lipo. Der Schwerpunkt bei 91 mm hinter der Nasenleiste stellt sich nach Austarierung mit 200 g Bleizugabe ein. Die Bauanleitung enthält die notwendigen Einstelldaten für Höhen-, Seiten-, Querruder und Landeklappen.

Ein letzter Check-up am Flugplatz – ein Rütteln am zweiseitigen Höhenruder, die Servoverankerung löst sich, Glück gehabt! Schnellreparatur dank Sekundenkleber.
Anrollen ohne Klappen – nach 15 bis 20 m hebt das 6S-getriebene Fluggerät ab. Erster Eindruck – kommt träge auf Höhe und Quer! Ansonsten einwandfreier Geradeausflug mit gutmütiger Reaktion auf alle Ruderbefehle bei Start und Landung. Die Sonne schwindet – zunächst keine weiteren Flüge. Einige Zeit später – das Wetter spielt ausnahmsweise mit – neuer Versuch. Ein 100 g leichterer Lipo-Akku verlagert den Schwerpunkt etwas nach hinten. Die Reaktion auf Ruderbefehle im vom Hersteller empfohlenen Ausmass entsprechen jetzt meinen Ansprüchen. Man kann die Wagon sogar in den Looping bringen. Werden die Landeklappen voll ausgefahren, kommt die Cessna unter Zugabe von 10% Tiefenruder recht schnell der Erde entgegen, ohne zu langsam oder auch zu schnell zu werden. Bei den Landeklappen nehme ich in der Folge eine Veränderung vor. Aeronaut sieht kurze Alu-Stifte als Ruderhorn vor. Der kurze Hebelarm führt zu abrupten Ruderbewegungen, wobei dem Servo eine hohe Kraftentfaltung abverlangt wird. Ein längerer Hebel am Ruder schafft hier Abhilfe. Alles in allem ein robustester Allwetterflieger, am Feierabend schnell aufgebaut, vermittelt er stressfreies Erholungsfliegen.
Fazit: Ein Komplettbaukasten mit pasgsgenauen Teilen, einer sehr durchdachten «3D-Bauanleitung», nichts muss hinzugekauft werden. Kritikpunkt: Das Balsa-Beplankungsmaterial ist mit 1,5 mm zu dünn, was den Autor zur Glasmattenauflage mit weiteren Folgearbeiten veranlasste. Im Flugbetrieb ein anfängertaugliches Modell, w das auch als Schleppi für leichtere Segler einzusetzen ist!

Fazit: Ein Komplettbaukasten mit pasgsgenauen Teilen, einer sehr durchdachten «3D-Bauanleitung», nichts muss hinzugekauft werden. Kritikpunkt: Das Balsa-Beplankungsmaterial ist mit 1,5 mm zu dünn, was den Autor zur Glasmattenauflage mit weiteren Folgearbeiten veranlasste. Im Flugbetrieb ein anfängertaugliches Modell, w das auch als Schleppi für leichtere Segler einzusetzen ist!
| Spannweite: | 1990 mm |
| Rumpflänge: | 1420 mm |
| Fluggewicht: | Angabe des Herstellers: 4900 g, Testmodell inklusive Flugakku (806 g): 5579 g |
| Flächeninhalt: | 52,5 dm2 |
| Flächenbelastung: | 106,9 g/dm2 |
| Servos: | Savöx SH 1250 auf allen Funktionen |
| Motor: | Turnigy G60 Brushless Outrunner 500 kV |
| Propeller: | Cam Carbon 16 × 8 |
| Regler YGE: | 90 Ampère |
| Akku: | 6S Lipo 5000 Ah |


DIE PC-21-STORY

Neuigkeiten von HEBU

WEISCH, WASI MEINE? 125 JAHRE AERO CLUB DER SCHWEIZ

ATOM, DER NEUE DOPPELDECKER VON CPLR

STOLZ UND GUTE IDEEN

HORIZON HOBBY/LEMACO NEWS:MICRO OV-10 BRONCO 645 MM VON E-FLITE

52. COUPE DES ALPES 2026

EUROPAMEISTERSCHAFTEN F3A IN ST-MACAIRE, FRANKREICH

TEAMMANAGER «THIS» BOSSHARD

Neuigkeiten bei Leomotion.com

STADTPARTNERSCHAFT

WILLKOMMEN, NEUES MITGLIED!

EURO CONTEST GLIDER ACRO TOUR ÖSTERREICH 2026

EINBLICKE IN DIE WASSERFLUGGESCHICHTE

CORSAIR F4U – EIN WARBIRD MIT EINPRÄGSAMER OPTIK

FERIENPLAUSCH 2026 BEI DER MG USTER

KLEINE VORBILDÄHNLICHE SEGLER

VON DER JUGEND FÜR DIE JUGEND

34. ALPINES MODELLFLUGLAGER HAHNENMOOS

SCHNUPPERTAG BEIM MFV WETTINGEN

FREIFLUG IM HOCHSOMMER

COUPE DES ALPES – BEOBACHTEN UND LERNEN

REGION NOS – EIN ZENTRUM DES ELEKTROFLUGS

VON 0 AUF 100

NEUIGKEITEN VON HEBU

ERINNERUNGEN

WEISCH, WAS I MEINE? IM LAND DES LÄCHELNS
