Titelstory

Heute fliegen wir wesentlich harmonischer

von Hans Jürg Baum
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Die 7. Schweizer Meisterschaft im Segelflug-Akro wurde auf dem Modellflugplatz der MG Hinwil bei idealen Verhältnissen durchgeführt. Rangliste siehe «Resultate» Seite 39.



Während der letzten Jahre war diese Disziplin beherrscht von Vater Andi und Sohn Tim Schaerer. Während Andi viermal die Meisterschaft gewann, war ihm sein Sohn Tim 2007 und 2009 eine Nasenlänge voraus. So ging Tim dieses Jahr denn auch klar als Favorit ins Rennen und sicherte sich den Sieg 2010 souverän. Höhepunkt der Veranstaltung war gewiss die von Musik und Rauch begleite Kür.



Vom Vater-Sohn-Wettkampf im RC-Segelflug-Akro

Gespräch mit Andi und Tim Schaerer vor dem letzten Durchgang:

Hans Jürg: Ihr macht ja in letzter Zeit einen richtigen Familien-Zweikampf. Wer gewinnt nun heute, du, Andi, oder dein inzwischen 17-jähriger Sohn?

Andi: Tim gewinnt in letzter Zeit immer.

Hans Jürg: Ist das traurig für dich?

Andi: Das ist eine Katastrophe! (Hält sich den Bauch vor Lachen.)

Hans Jürg: Verstehe! Du kannst ja als Papa nicht zugeben wie stolz du bist! Wie steht die Bilanz?

Andi: Tim gewann das 07 und 09, ich das 08. Und jetzt ist er daran, das 2010 zu gewinnen. Der Sieg ist Tim jedoch kaum mehr zu nehmen, ausser er stürzt im letzten Durchgang ab.

Hans Jürg: Übt ihr immer zusammen?

Andi: Ja. Wir haben eine eigene Schleppmaschine und dann schleppt einer den anderen. Wir fliegen auch internationale Wettbewerbe. Von den bisherigen Wettbewerben an den Europameisterschaften gewann Tim bereits zwei und wurde zweimal Zweiter. Er hat damit die Gesamtwertung 2010 gewonnen und ist eigentlich der inoffizielle Europameister im Segel-Kunstflug.

Hans Jürg: Und wo stehst du?

Andi: Ich bin Dritter.

Hans Jürg: Was fliegt ihr für Maschinen?

Andi: Das Modell muss einem Original nachempfunden werden, das für Kunstflug zulässig ist. Ich fliege den Einsitzer Swift, Tim den Zweisitzer Fox. Das sind momentan die meistgeflogenen Modelle. Unsere Modelle kommen aus Österreich. Man muss sie noch fertig bauen und vor allem richtig justieren.

Hans Jürg: Wie gross und wie teuer ist so ein Modell?

Andi: Mein Modell hat sechs Meter Spannweite und wiegt 19,5 kg. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 6000 bis 7000 Franken.

Hans Jürg: Besten Dank für die Infos und weiterhin viel Glück.



Als Obmann brachte er der MG Hinwil neuen Schwung und Anerkennung, die weit über die Regionsgrenzen hinausgehen. Mit dem Kauf von Platz und Hangar konnte die Grundlage gesichert werden. Zahlreiche Anlässe für Jugend-, aber auch für modellfliegerische Leistungsportler hat er mit Rat und Tat unterstützt oder lanciert. Bei all diesen vielseitigen Engagements liess er sich selbst das Bauen und Fliegen nie nehmen.

Hans Jürg: Du bist nicht nur der Organisator dieses Events, du fliegst auch noch selber mit. Geht das?

Gerd: Ja. Ich bin Obmann der Modellfluggruppe Hinwil und seit 17 Jahren vom Segelkunstflug angefressen. Fast jedes Jahr führen wir einen Event durch, sei es der internationale Swiss-Akro-Pokal, jetzt die Schweizer Meisterschaften oder letztes Jahr die Regionalmeisterschaft.

Hans Jürg: Was fliegst du für Ränge?

Gerd: Das ganze Spektrum vom ersten bis zum letzten. An der deutschen Meisterschaft letztes Wochenende bin ich 8. geworden. Dann ist die Freude wieder gross und wenn man wieder einmal einen Wettbewerb «vergeigt», möchte man am liebsten aufhören.

Hans Jürg: Ist dein Modell das Beste vom Besten?

Gerd: Nein. Es ist mittlerweile 10-jährig. Die Entwicklung ging jedoch weiter. Die Modelle wurden leichter und haben nun dünnere Profile. Sie wurden auch etwas grösser und man hat sie dem Flugstil angepasst. Während mein Modell fünf Meter Spannweite hat, sieht man heute auch solche mit 6,25 Metern.

Hans Jürg: Wie hat sich denn der Flugstil verändert?



Es gab deutsche Meisterschaften, bei denen die Piloten mit Modellen mit hoher Flächenbelastung wie Jets durch die Figuren rasten. Heute fliegen wir wesentlich harmonischer wie bei den manntragenden Kunstfliegern. Das heisst, die Modelle müssen sowohl langsam wie auch schnell fliegen können und einen gewissen Durchzug haben.



Durchzug heisst Fahrt aufholen und dann steigen, steigen, steigen ...



RCS-Akro-Modelle haben 5 bis 6 m Spannweite und können gut 20 kg auf die Waage bringen. Ziemlich unhandlich.


Die Kür wird nun zu Musik geflogen. Ist das schwierig?

Hier gewinnt, wer das Publikum begeistern kann. Natürlich muss die Musik zum Flugstil passen.

Noch ein Frage zu den Rauchkörpern. Was benutzt du?

Ich verwende Kaminkehrer-Patronen, die Kaminfeger brauchen, um zu sehen, ob ein Kamin zieht. Wir haben diese Art von Rauchkörper adaptiert und mit einer anderen Farbe versehen. Während Piloten mit Profi-Rauchpatronen pro Flug rund 120 Franken bezahlen, kostet uns das 40 Franken pro Flug. Für die Punktrichter muss der Rauch gut sichtbar sein.

Danke dir für das Gespräch.




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