Flugroboter
Der Bund fördert den Modellflug – wohl kaum. Nachdem rundum – insbesondere in den Amtsstuben der EU – Flugmodelle mit allen unmöglichen Argumenten den Drohnen gleichgestellt werden sollen und nur ganz wenige Fachleute öffentlich die Meinung geäussert haben, dass beides bitte auseinanderzuhalten sei, meldet sich nun der Bund zu Wort.
Gemäss NZZ vom 26. Mai verkündete Bundesrätin Doris Leuthard am Forum 100 stolz, dass die Schweiz bereits jetzt eine internationale Spitzenposition einnehme. Verschiedene Akteure in Forschung, Wirtschaft und Politik unterstützen diese Meinung, und die Standortförderer wittern Potenzial für die Ansiedlung von Unternehmen in der Schweiz.
Wenn Politik und Wirtschaft heute über Drohnen reden, werden kaum unsere Modellflugzeuge gemeint sein. Damit offenbart sie indirekt, dass Drohnen ganz spezielle Fluggeräte sind. Wer dann die Inhalte von Präsentationen und Vorträgen genauer studiert, kommt unweigerlich zum Schluss, dass es sich durchwegs um Roboter handelt. Allerdings muss hier gleich angefügt werden, dass die Schweiz im Bereich Robotics leider schon lange keinen Spitzenplatz mehr einnimmt. Eventuell könnte der Drohnen-Hype dazu führen, dass sich hier der Nachholbedarf in aller Härte zeigt.
Im selben NZZ-Artikel wird erwähnt, dass die weit über 100 000 verkauften Drohnen nicht in den vorgängig erwähnten Forschungs- und Wirtschaftszweig gehören würden. Diese Drohnen-Piloten müssten schon bald eine Lizenz erwerben. Oder mit anderen Worten: Die Politik träumt vom grossen Wurf und von Weltkonzernen, während sie gleichzeitig den Handel und Betrieb mit Hobby-Drohnen – Multikopter usw. – einschränken will – die Grossen sollen die Kleinen fressen. Mit dem Opfer der Kleinen können dann die Behörden beweisen, dass sie etwas für die Sicherheit getan hätten.
Sollten in der Schweiz – getreu im Dunstkreis der EU – Lizenzen auch für uns Modellflieger auf die politische Tagesordnung kommen, werden wir uns zur Wehr setzen müssen. Denn bei solchen Entwicklungen sind meistens die Organisierenden die Dummen. Sie sind ohne Aufwand greifbar und geben den Behörden die scheinheilige Gewissheit, etwas Gutes unternommen zu haben. Wehret den Anfängen!
E. Giezendanner
P.S. Sollten die Flugroboter eine Gefahr für die Luftfahrt sein, stecken sie leider noch in den Kinderschuhen. Unfertige Autos gehören nicht auf die öffentlichen Strassen und unfertige Luftfahrzeuge nicht in den allgemeinen Luftraum.
Die Einführung einheitlicher internationaler Standards für Drohnenregelungen ist in Anbetracht der grossen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, welche in Robotics inklusive Drohnen auf uns zukommen werden, ohne Wenn und Aber verständlich. Die Behörden werden in diesen Bereichen mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert sein. Allerdings muss hier ehrlicherweise gleich angefügt werden, dass die Politik technischen Entwicklungen immer hinterherhinkt.
Wenn nun aber der klassische Modellflug, der sich zum allergrössten Teil lokal abspielt, dem «Naturgesetz» der Verwaltung folgend, der selben Regelung unterstellt werden soll, wird der Unsinn solcher Massnahmen in der Praxis als weitere Absurdität in die Geschichte eingehen und eines Tages zurückbuchstabiert werden müssen.
1. Wie hoch fliegt ein Fesselflieger mit einem Gewicht von 3 kg? 20 m, 50 m oder über 120 m?
2. Fällt die Indoorfliegerei innerhalb des CTR auch unter den 120-m-Deckel?
3. Welche Freiflugmodelle sind schwerer als 250 g?
Wer alle diese Fragen richtig beantworten kann, erhält den EU-Pass für kompetente Modellflieger; auf einer Scala von 1 bis 10 AS. Gratulation!

Skye ist ein Flugroboter. Er besitzt eine mit Helium gefüllte Hülle und vier Flugplatten. Ebenfalls ist er mit einer Kamera ausgestattet. Gesteuert wird er per Touchscreen oder mit 3D-Maus.

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