Geschichte

Modellflug in der Westschweizer Presse

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db / Der Aero-Club der Schweiz hat in Zusammenarbeit mit der Modellbaugruppe Bern am 2. Juli eine große Pressekonferenz zum Thema „Modellflug in der Schweiz“ veranstaltet. Zwei

große Tageszeitungen aus der Westschweiz waren an diesem Tag in Bern: „24 heures“ und die „Tribune – le matin“. Hier berichten wir über ihre Eindrücke und Kommentare:

Montag, 4. Juli 1983

24 heures

24


ZU LAUTE MODELLFLUGZEUGE – Ein Schalldämpfer für ungestörtes Fliegen

Die aktive Anwesenheit des Direktors des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, Rolf Künzi, zeugte, falls dies überhaupt nötig war, von der Bedeutung, die die Bundesbehörden dem Flugsport im Allgemeinen und dem Modellflug im Besonderen beimessen – einer Disziplin, die manche als bloßes Spiel für Jugendliche oder als Hobby für bastelbegeisterte Enthusiasten betrachten.

PIERRE HENCHOZ

Der vom Aero-Club der Schweiz organisierte jährliche Pressetag stand genau dieser Disziplin im Mittelpunkt, die ein fester Bestandteil der Aktivitäten ist, für die unser nationaler Club zuständig und verantwortlich ist. Der Modellflug, eine Sportart, die ausser bei den Aktiven kaum bekannt ist, wird von manchen Anwohnern jener Mikrokosmen, die die für den Flugbetrieb erforderlichen Flächen darstellen, oft mit Misstrauen betrachtet.

Doch der Vorwurf bezüglich des Lärms wird sich deutlich abschwächen. Zweitaktmotoren mit ihren schrillen Vibrationen weichen zunehmend leiseren Viertaktmotoren oder Elektromotoren, die völlig geräuschlos sind. Die Vorführungen am Samstag haben uns vollkommen überzeugt.


Virtuosen

Aufgrund der Anforderungen nationaler und internationaler Wettbewerbe wurden die Modellflieger in verschiedene Klassen eingeteilt. Die sogenannten Freiflugmodelle, mit oder ohne Motor, lassen sich von den Luftströmungen tragen und können



überall landen. Hier findet man die Anfänger. Bei den Rundflügen wird das Fluggerät an Schnüren gehalten, mit denen man es steuern kann, ähnlich wie ein Pferd, das an der Longe auf einer Volte geführt wird. Die dritte Kategorie umfasst alle ferngesteuerten Modelle, seien es Flugzeuge, Segelflugzeuge, Hubschrauber oder originelle Versuchsfluggeräte. Hier jonglieren die Piloten mit ihren Maschinen mit erstaunlicher Präzision und Virtuosität. Die anspruchsvollsten Kunstflugprogramme

sind an der Tagesordnung. Bleibt noch die letzte Klasse, die sogenannte „Scale“-Klasse, in der Fluggeräte zu finden sind, die exakte Nachbildungen alter oder moderner Flugzeuge darstellen. Die Modellbauer, die sich dieser anspruchsvollen Spezialität widmen, verdienen eine ganz besondere Erwähnung. Die alten Biériot oder Fokker aus dem Ersten Weltkrieg, die Messerschmitt und Mustang aus dem Zweiten oder auch die Bucker Jungmeister im Flug hinterlassen einen einzigartigen Eindruck. Wäre da nicht das charakteristische Motorengeräusch, wäre die Illusion vollkommen.

Der Modellflug erfordert eine Vielzahl von Fähigkeiten: handwerkliches Geschick, technisches Wissen, Geduld und Ausdauer – viel Ausdauer.

P. Hz


25.000 MODELLFLUG-BEGEISTERTE

Die Wiederbelebung eines Hobbys

«Die Droge des Modellfliegers ist weder LSD noch Heroin, sondern das Fliegen.» So beschrieb der Vizepräsident des Aero-Clubs der Schweiz (AéCS), Werner Kölliker, an der jährlichen Pressekonferenz des AéCS beschrieben, die am Samstag auf dem Flughafen Bern/Belpmoos stattfand. Die verschiedenen Redner bemühten sich, dieses Hobby, das in der Bevölkerung einen schlechten Ruf genießt (Lärm, Umweltbelastung usw.), wieder ins rechte Licht zu rücken. Der AéCS nutzte dieses Treffen zudem, um verschiedene Flugzeugtypen vorzustellen, darunter ein Modell-Luftschiff.

Derzeit bauen und fliegen in der Schweiz 25.000 Modellbauer Modellflugzeuge. Die Modellbauer, die Mitglieder des Aéro-Clubs sind, zählen 7.500. Sie werden jedoch von der Bevölkerung an den Orten, an denen sie trainieren, im Allgemeinen eher negativ wahrgenommen. Sie wurden


als unerwünscht angesehen, und manche Fälle fanden erst vor Gericht ihren Abschluss.

Wie jedoch sowohl Werner Kölliker als auch Marc Schnyder, der für den Modellflug beim AéCS verantwortlich ist, erklärten, wurden Anstrengungen unternommen, und



Es wurden alle technischen Mittel eingesetzt, um die Lärmbelästigung zu verringern. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der Modellbauer Segelflieger und Elektroflieger sind – Disziplinen, die vollkommen geräuschlos sind.

Zudem werden die alten Zweitaktmotoren nach und nach durch Viertaktmotoren ersetzt, die wesentlich leiser sind. Um diese Aussagen zu untermauern, wurden Lärmmessungen durchgeführt: Die Ergebnisse lagen bei 80 Dezibel für einen

Viertaktmotor und 82 Dezibel bei einem Zweitaktmotor mit Schalldämpfer. Rolf Künzi, Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL), wies seinerseits darauf hin, dass für Modellflugzeuge genau dieselben Vorschriften gelten wie für alle anderen Flugobjekte. Er erklärte, dass das BAZL derzeit an einer Überarbeitung der Vorschriften für den Modellbau arbeite, um diese an die aktuelle Situation anzupassen. — (ats)




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