Geschichte

RC-Motorflug: Canard SC

von Tino Fry
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Warum sehen die heutigen Flugzeuge alle gleich aus?

Früher, in den Anfängen der Fliegerei, versuchte jeder «Möchtegernflieger» nach eigenen Ideen sein Flugzeug zu konstruieren und zu fliegen. Von Pfauenfedern über Holzplatten, Hüpfmaschinen und Schleudersitzen, oder eben, Flugzeuge, die anders aussehen als die andern.

Der erste bemannte Flug über Sekunden wurde ausgeführt mit einem Enten-Doppeldecker der Gebrüder Wright. Der Atlantik wurde im Jahre 1927 erstmals von Charles Lindbergh überquert mit der «Spirit of St. Louis». Die heutigen Flugzeuge änderten sich in der Form, wie man sie bei der Spirit antraf, nicht mehr so gravierend. Man entwickelte also die Flugzeuge, vielleicht wegen eines Riesenerfolgs, auf einer sturen Form bis ins letzte weiter.

Zum Glück trifft man ab und zu an Schaufliegen wieder etwas Unkonventionelles an, z. B. die superschnelle «Vari-Eze», Ultralights, Deltas u. a. Der Fliegerei sind keine Grenzen gesetzt!!!



Mich bewog es eines Besonderen!

Beim Bau einer Vari-Eze, wo ich sehr viel von einer Ente mitbekam, machte ich mir Gedanken, warum dieses Flugzeug mit so



wenig Motorleistung so hohe Endgeschwindigkeiten erreicht. Es wurde mir sofort klar. Die Ente besitzt auf jeden Fall eine günstigere Aerodynamik als jene der konventionellen Bauweise.

  • Der Rumpf kann aus Momentsgründen kürzer gestaltet werden.
  • Die Tragwerke können von der Grundfläche kleiner und die Profile entsprechend dem Einsatz konstruiert werden (ähnlich Jet).
  • Widerstandszahlen können auf einem Minimum gehalten werden (induzierter + Interferenz).

Diese wichtigen, aber gravierenden Punkte nützte ich aus und konstruierte mir eine Ente nach folgenden Gesichtspunkten:

  • Motorisierung: 3,5-10 cm3 für 4-Takt ideal!


  • hohe Geschwindigkeit
    – gute Langsamflug-Eigenschaften
    – Akro-tauglich
    – Transport: kofferraumtauglich
    – Fahrwerke integriert im Randbogen.
    Mein Prototyp (Speed Canard) flog auf An-
    hieb mit einem 3,5-cm3-Motor. Er erreicht
    Geschwindigkeiten der konventionellen
    und 10-cm3-Motoren.
    Das Verhalten im Langsamflug ist un-
    glaublich. Ein «Abschmieren» ist auch mit
    brüskten Steuerausschlägen überhaupt
    nicht möglich.
    Die Feinheit der Aerodynamik macht sich
    beim ganzen Flug bemerkbar.
    Auf die kleinsten Ausschläge am Knüppel
    reagiert der «Speed Canard» vorzüglich
    und ist auf kleinstem Raum zu fliegen.
    Gewöhnungsbedürftig ist sein Aussehen.
    Es ist daher unerlässlich, das Flugzeug
    «nie» aus den Augen zu lassen!
    Starts und Landungen sind äusserst ein-
    fach, auch bei extremen Bedingungen. Im
    Bodeneffekt lässt sich der SC fast bis zum
    Stillstand aushungern.
    Nach einem ganzen Nachmittag Flugbe-
    trieb sah man kein Tröpfchen Öl auf dem
    Flugzeug, dank dem Heckmotor, der mit
    synthetischem Most arbeitet.
    Also, eine wahre Freude, ob Anfänger oder
    Profi!
    Die Weiterentwicklung des «Speed Ca-
    nard» ist bei mir in vollem Gange!
    Der neue (SCZ) soll eine noch feinere
    Aerodynamik erhalten inkl. Luftbremsen.
    Der SCZ wird einen 10-cm3-4-Takt-Motor
    haben, und das Bugfahrwerk wird einzieh-
    bar sein.
    Meiner Meinung nach sind die Flugzeuge
    über ein halbes Jahrhundert «verkehrt ge-
    baut worden!»
    Baupläne 1:1 beim Konstrukteur erhältlich
    sowie Tragflächen und Rumpfteile.

Valentino Fry, 8633 Wolfhausen



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