Editorial

EU-Drohnen / Modellfluggesetze – 11 Fragen

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser


Eigentlich wollte ich im Hinblick auf die Einführung der EASA1-Drohnen-Modellfluggesetze heute in den Kampfmodus schalten. Da aber bisher wenig Konkretes zu vernehmen ist und viele von uns das Ganze als «kleineres Übel» wahrzunehmen bereit sind, mache ich den Versuch, mich für ein Diplom in höherer Diplomatie zu bewerben. Am effizientesten machen wir das mit ein paar Prüfungsfragen – bitte in der Fliegerei dafür ausschliesslich das Wort «Assessment» verwenden.


  1. Warum das Ganze? Wo ist der Mehrwert für die Gesellschaft?
  2. Wie viele Beamte in der EU und in der Schweiz beschäftigen sich mit einem Problem, das der Modellflug nicht gekannt hat, und was kostet das Ganze uns Steuerzahler?
  3. Wer glaubt daran, dass wir aufgrund des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der EU über den Luftverkehr (1999) diese Drohnen-/Modellfluggesetze zwingend übernehmen müssen?
  4. Wer weiss genau, dass Ausnahmen möglich sind?
  5. Weshalb wird auf den Websites des Bazl sowie auch in den Medien fast ausschliesslich über Drohnen berichtet?
  6. Weshalb schreibt das Bazl im Juni 2017, dass es aufgrund der Erfahrungen mit dem sicheren Betrieb von Drohnen und Modellflugzeugen keine restriktiven Regeln einführen möchte?
  7. Haben sich seit 2017 bezüglich Klagen und Anzeigen wegen Drohnen eklatante Unterschiede zum Modellflug ergeben?
  8. Wäre es nicht besser, eine sinnvolle Regelung des Einsatzes von Drohnen in der Schweiz zu entwickeln,
    falls die EU-Gesetze nicht genügen sollten?
  9. Wie lange noch soll der Modellflug weiterhin durch die Machtlosigkeit der Behörden gegenüber dem Drohnenboom in Mitleidenschaft gezogen werden?
  10. Braucht ein kreatives und lehrreiches Hobby in einem liberalen Land neue Vorschriften?
  11. Soll sich die Jugend in Zukunft einzig und allein mit Gamen beschäftigen, weil sie sonst in Gefahr läuft, kriminell zu werden?

Wir stellen unschwer fest, dass nicht alle Fragen beantwortet werden können. Für einen weiteren Teil werden uns neutrale Fachleute unterstützen. Es dürfte noch einige Zeit beanspruchen, bis sich der Vier-Jahres-Nebel lichten wird. Ich bitte deshalb alle Prüfungsexperten um etwas Nachsicht.

Freundliche Grüsse
Emil Ch. Giezendanner



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